|
Zu Geschichte und Perspektiven der Offenburger Bürgervereine Seit 1954 gibt es in Offenburg Bürgervereine: zuerst in den neuen Stadtteilen Albersbösch und Hildboltsweier, dann in Stegermatt, später Mitte der 1960er-Jahre folgten Uffhofen, Nord-Ost und Nord-West, schließlich wurde 1988 die Bürgergemeinschaft Stadtmitte gegründet. Der Grundgedanke der sieben Bürgervereinigungen lautete von Anfang an: Man muss sich im Stadtteil einmischen, ihn mitgestalten.
Oststadt-Hock 2010.
Die Organisation von
Stadtteilfesten fördert
die Gemeinschaft im Viertel.
Foto: Heck
OB Martin Grüber formulierte 1979 in einem Grußwort, als die Bürgervereinigung Albersbösch 25 Jahre alt wurde, dass die Bürgervereine ein „praktisches Übungsfeld für Demokratie und gegenseitige Hilfsbereitschaft“ seien. In der Tat waren viele ihrer Vorsitzenden gleichzeitig auch Mitglied im Offenburger Gemeinderat: So zum Beispiel Norbert Einfalt, Initiator der Arbeitsgemeinschaft der Offenburger Bürgervereine, der heute Bono-Vorsitzender Roland Köhler vorsteht; oder seine Vorgänger in Nord-Ost: Kilian Schenkel und Bruno Rössner; aber auch Josef Jerger, lange Jahre Vorsitzender in Hildboltsweier. Rolf Wittmeier bezeichnete im Jahr 1990 die Bürgervereine als „Partner zur bürgerfreundlichen Stadtverwaltung“, welche überparteilich und überkonfessionell seien. Ansprechpartner der Stadtverwaltung sind sie bis heute geblieben. In zwei Workshops, die vor wenigen Wochen (März und Juni) unter Beteiligung von Oberbürgermeisterin Edith Schreiner stattfanden, wurde über die Perspektiven der Bürgervereine diskutiert. Hintergrund sind die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und die enger werdenden finanziellen Spielräume der Stadt. Die Stadtspitze setzt auf die Zusammenarbeit mit den Vertretern der Bürgerschaft, um diese Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Insbesondere zeigte die Arbeit der Bürgerwerkstatt Südwest, als mit den Stadtteilen Albersbösch, Hildboltsweier und Uffhofen Verbesserungen der Infrastruktur umgesetzt wurden, dass bei konkreten Projekten neue Bevölkerungsgruppen zur Mitarbeit in ihrem Stadtteil gewonnen werden können. 56 Jahre nach Gründung der ersten Bürgervereine wird es stärker um die Frage gehen, wie Stadtteil- und Familienzentren, Stadtverwaltung und Bürgergemeinschaften ihre Arbeit verknüpfen können.
|