Direkt zum Hauptinhalt springen

Abend der Jungen Theaterakademie: Grimmelshausen im Mittelpunkt/Generationenübergreifend

- 11.06.2026 - 

Verlust, Wandel und Utopie

Kultur ges Die Junge Theaterakademie bietet Ende Juni an zwei Abenden Einblick in ihr kreatives Schaffen: Wie Leiter Paul Barone im Pressegespräch erklärt, geht es darum, aktuelle Fragen zu stellen, den Blick aber auch auf die Vergangenheit zu richten.

Mitwirkende und Kooperationspartner*innen vor dem Bühnenbild für den "Sturz in den Mummelsee".

Der Namenspatron der Schule, die den Löwenanteil der Mitglieder der Jungen Theaterakademie stellt, starb vor 350 Jahren: Am 17. August 1676 verschied Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen in Renchen. Anlass, sich mit dem Werk des bedeutenden Barockdichters auseinanderzusetzen. Der Verlust existenziellen Halts in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs, seine Diagnose einer sich rasant entwickelnden, entwurzelnden Gegenwart und seine Sehnsucht nach sozialer Integration seien von beklemmender Aktualität, so Barone.

Eigene Ideen

In der Eigenproduktion "Sturz in den Mummelsee" setzt sich die Nachwuchsgruppe (Wahlpflichtfach Theater Klasse 6) mit der Utopie des Mummelsees aus dem Roman "Der abenteuerliche Simplicissimus" auseinander. Die jungen Schauspielerinnen betonen, dass sie ihre eigenen Ideen einbringen konnten und die Vermittlung von Gefühlen eine zentrale Rolle spiele.

Die Hauptgruppe präsentiert die Eröffnungsszene "Der Traum vom Ständebaum" aus der diesjährigen Jahresproduktion "Simplicissimus", die im November in ganzer Länge aufgeführt wird – in Zusammenarbeit mit dem Offenburger Ensemble.

Beteiligen werden sich an dem Theaterabend zudem die drei Partnereinrichtungen mit generationenübergreifenden Projekten. Die Palette reicht von szenischen Beiträgen des Mitmachprojekts der Volkshochschule über zeitgenössische Tanzperformance der Fachklasse Tanz der Kunstschule bis zur Darbietung "Du bist nicht allein" mit Kursteilnehmenden des Instituts für Deutsche Sprache: Kateryna Sniedkova zeigt mit ihrem Team in szenischen Bildern, wie Menschen ihre Erfahrungen von Verlust durch Migration und die Schwierigkeiten des Ankommens gemeinsam überwinden – getragen von der Überzeugung: Kunst ist die beste Medizin.

Vernetzung

Stichworte für den Abend sind Verlust, Wandel und Utopie. Auslöser sei die derzeit vielerorts festzustellende "nostalgische Grundstimmung" und das Gefühl, dass das goldene Zeitalter vorüber sei, führt Barone aus. Zugleich könne in einer Zeit des Umbruchs und des Wandels auch etwas Neues und Besseres entstehen – vorausgesetzt, es sei klar, wohin es gehen soll. Getragen werde die Akademie von der Idee der Vernetzung: gemeinsam etwas auf kreative Weise erreichen.

Termine:

Freitag, 26. Juni

18 Uhr, Theater mit Jugendlichen

19.30 Uhr, Generationentheater

Danach Publikumsgespräch

Samstag, 27. Juni

18 Uhr, Generationentheater

19.30 Uhr, Theater mit Jugend-lichen

Reithalle, Eintritt frei, Spenden willkommen. Platzreservierung: www.junge-theaterakademie-offenburg.eu. Zwischen den beiden Teilen Pause mit Bewirtung. Reserviert werden können Plätze sowohl für den ganzen Abend als auch für einen der beiden Teile.

 
KOWO - kommunales Wohnbauförderprogramm