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Trotz Trockenheit und kleinerem Ertrag überzeugen die ersten Trauben mit guter Qualität

- 03.09.2026 - 

Frühstart im Weinberg

Wein sni Der August bringt in diesem Jahr nicht nur hochsommerliche Temperaturen, sondern auch einen historischen Moment für den regionalen Weinbau: Bereits am Montag, 17. August, hat im Weingut Schloss Ortenberg die diesjährige Weinlese begonnen – so früh wie noch nie zuvor.

Bei der Weinlese: v.l. Alexander Maurer, Marius Vollmer, Alexander Werner, Kellermeister Hanspeter Rieflin, Bernhard Busam und Moritz Krauss.

Das Weingut Schloss Ortenberg, das 1997 aus der Fusion des St. Andreas Weinguts der Stadt Offenburg und dem Weinbauversuchsgut des Ortenaukreises hervorging, ist mit 45 Hektar Rebfläche das größte kommunale Weingut Deutschlands. In diesem Jahr blickt der Zweckverband auf eine außergewöhnliche Saison zurück, welche die Winzerinnen und Winzer vor besondere Herausforderungen stellte, aber auch herausragende Qualitäten verspricht.

Der „Herbst“ im Sommer

Wie Geschäftsführer Matthias Wolf berichtet, hat die Witterung der vergangenen Monate den Reifeverlauf der Trauben enorm beschleunigt. „Der Lesebeginn am 17. August stellt einen neuen Rekord dar“, ordnet Wolf die Situation ein. Die klimatischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte werden hier besonders deutlich: Vor 20 Jahren startete die Ernte meist erst Mitte September. In den vergangenen fünf Jahren pendelte sich der Beginn bereits auf Anfang September ein – und nun fiel der Startschuss schon Mitte August. „Wir werden den Begriff ‚Herbst‘ wohl aus unserem Duktus streichen müssen“, so der Geschäftsführer schmunzelnd.

Die aktuellen Wetterumschwünge mit kühleren Phasen bringen dabei gemischte Gefühle mit sich. Die Abkühlung nach dem extrem heißen Sommer tue sowohl den Menschen bei der anstrengenden Lese als auch den Reben spürbar gut, erklärt Wolf. Was die Böden jedoch nach wie vor dringend bräuchten, sei beständiger Landregen. Bei Gewittern schwinge im Weingut mittlerweile stets die Sorge vor Hagel- und Sturmschäden mit, die so kurz vor und während der Lese noch große Verluste anrichten könnten.

Kleine Ernte, gesunde Trauben

Die Hitzewellen und die Trockenheit der vergangenen Wochen blieben in den Weinbergen nicht ohne Folgen. Um massive Ausfälle zu verhindern, mussten die Jungreben über Wochen hinweg bewässert werden. Auch den alten Reben auf felsigen Standorten setzte die Dürre stark zu. Insgesamt wirkt sich dieser Trockenstress auf den Ertrag aus: Das Weingut rechnet in diesem Jahr mit einer eher kleinen Ernte.

Doch es gibt auch ausgesprochen gute Nachrichten für alle Weinfreundinnen und Weinfreunde: „Wir haben kerngesunde Trauben von bester Qualität“, freut sich Matthias Wolf. Erfreulich ist zudem, dass der Pflanzenschutz keinerlei Probleme bereitete. Das ist besonders erwähnenswert, da das Weingut Schloss Ortenberg seine Flächen nun schon im dritten Jahr erfolgreich rein biologisch bewirtschaftet.

Den Auftakt der Lese bildeten in der ersten Woche die Sektgrundweine. Direkt im Anschluss ging es mit den sogenannten „Großen Gewächsen“ aus den Burgundersorten weiter. Diese Trauben wachsen auf steinigen Standorten und weisen einen geringeren Behang auf, weshalb sie im Vergleich zu Lagen mit tiefgründigen Böden noch einmal deutlich schneller reifen.

Bewerkstelligt wurde der Lesestart zunächst durch die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weinguts. In der Woche vom 24. August stießen dann die erfahrenen, saisonalen Lesehelfer*innen zum Team dazu. Auf deren Einsatz freut man sich in Ortenberg bereits sehr: „Für die große Flexibilität unserer Lesehelfer sind wir sehr dankbar“, betont Wolf.

 
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