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Schachtbauten: unscheinbar nur auf den ersten Blick

- 09.09.2026 - 

Sanierungsgebiet mcg Im Rahmen der Erschließungsarbeiten des CANVAS+-Areals werden für die Entwässerung großformatige Stahlbetonbauelemente in einem unterirdischen Rückhaltevolumen zwischengespeichert. Jetzt wurde der erste Schacht eingebaut.

Per Schwerlastkran wird der Schacht eingehoben.

Mit Außenmaßen von etwa 3,2 Metern auf drei Meter wirkt der Schacht auf den ersten Blick eher unscheinbar. Umso größer ist seine Funktion. Er ist Teil des unterirdischen Rückhaltevolumens, in dem auf einer Länge von rund 175 Metern etwa 400 m³ Regenwasser zwischengespeichert werden.

Dies ist nötig, um bei Starkregen den angrenzenden Mühlkanal nicht zu überlasten. Der Teil des unverschmutzten Regenwassers, der nicht in offenen Mulden versickert, wird dem Mühlkanal in einem 500 Meter langen Kanal direkt zugeleitet. Da die Entwässerung des Schlachthofquartiers im Trennsystem erfolgt, wird das Schmutzwasser in einer eigenen Leitung auf etwa 380 Metern an die Kanalisation in der Straße "Am Unteren Mühlbach" angeschlossen und der Kläranlage in Griesheim zugeleitet.

Ein Trockenlegen des Kanalgrabens wäre aufgrund der Untergrundverhältnisse – ein großer Teil der Kanalisation liegt unterhalb des Grundwasserspiegels – nicht oder nur mit erheblichem Aufwand möglich gewesen. Deshalb hat man sich für das Flüssigbodenverfahren entschieden, mit dem auch im Grundwasser gearbeitet werden kann. Der entnommene Boden wird unter Zugabe von Zusatzstoffen aufbereitet und verflüssigt, so dass er direkt von der Erdoberfläche in den Kanalgraben eingebracht wird, wo er aussteift und eine wasserdichte Barriere bildet. In deren Schutz kann dann der eigentliche Kanalgrabenaushub trocken erfolgen.

 
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