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Drei Kunstvermittlerinnen bringen Ausstellungen in der Städtischen Galerie Kindern nahe

- 10.09.2026 - 

Mit viel Herzblut und Empathie

Kunst aw Mit viel Herzblut und Empathie bringt das sechsköpfige Kunstvermittlungsteam der Städtischen Galerie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bildende Kunst näher. Drei Damen konzentrieren sich dabei auf die Kleinsten – von drei Jahren bis zur vierten Klasse.

Vor dem farbenfrohen Kunstwerk von Daisy Parris freuen sich (v.l.) Jutta Hoog, Isolde Finhold und Conny Eberhardt auf weitere Anmeldungen.

Wenn ein Kunstwerk die Seele eines Kindes berührt und öffnet, ist das der schönste Lohn für Isolde Finhold, Jutta Hoog und Conny Eberhardt. Als freie Mitarbeiterinnen der Städtischen Galerie bereiten sie gemeinsam kindgerecht die laufenden Ausstellungen vor und machen sich immer wieder aufs Neue Gedanken darüber, wie man den Kleinen die Kunstwerke näher bringen kann.

Staunende Kinderaugen

In einer rund einstündigen Führung durch die Ausstellung wecken sie die Neugier der Kinder sei es durch Fragen oder beispielsweise das altbekannte Spiel "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Immer das Ziel vor Augen, Kunst greifbar und verständlich zu machen. "Wir holen die Kinder da ab, wo sie stehen. Kinder sind offen und begeisterungsfähig und darauf bauen wir auf", weiß Isolde Finhold, die jahrelang an der ehemaligen städtischen Jugendkunstschule, heutige Kunstschule, und als Museumspädagogin im Museum im Ritterhaus tätig war. Als 2007 die Städtische Galerie auf dem Kulturforum eröffnet wurde, stand ihre Fokussierung auf Kunst fest.

"Kinder lieben Geschichten, die auch in jedem Bild stecken", ist Jutta Hoog überzeugt. Die Atelier- und Werkstattpädagogin ging als ehemalige Erzieherin der Freien Kita Schneckenhaus mit "ihren Kindern" schon damals viel ins Museum im Ritterhaus und in die Städtische Galerie.

"Die Kleinen bringen ganz andere Gedanken wie Erwachsene mit, wenn sie durch die Ausstellungsräume gehen – und waren sie zuvor noch so lebendig, werden sie ruhig und geraten ins Staunen, wenn sie zum ersten Mal eine Ausstellung betreten", berichtet Conny Eberhardt, die als Lehrerin an einer Förderschule die Fächer Kunst und Sport unterrichtete und seit drei Jahren mit großer Freude dabei ist. Im ersten Moment fällt es den Kindern manchmal schwer, die Kunstwerke nicht anfassen zu dürfen. Doch die drei erfahrenen Kunstvermittlerinnen verstehen es dann die anderen Sinne wie sehen, riechen oder die Vorstellung, wie sich etwas anfühlt, zu wecken.

Praktischer Teil

Nach der Führung geht es zum praktischen Teil des Galeriebesuchs in den Kreativraum der benachbarten VHS. "Wir selbst haben in der Städtischen Galerie leider keinen eigenen Kreativraum", bedauert Patricia Potrykus, Leiterin der Städtischen Galerie. Dort werden die Eindrücke der Kleinen in Bezug auf ein Kunstwerk der Ausstellung ebenfalls künstlerisch verarbeitet. "Oft gehen Kinder, die in der Ausstellung kaum ein Wort sagen voll aus sich heraus und übersetzen ihre Gedanken künstlerisch", freut sich das Trio und spricht von diesem kreativen Prozess bewusst nicht von einer Bastelstunde. In den Einrichtungen wird der Besuch in der Städtischen Galerie auch oftmals thematisch mit den Kindern "weiterverarbeitet", das die Brückenbauerinnen zur Kunst immer wieder begrüßen.

Das Vorurteil, Kunst sei nichts für Kinder, wie viele Erwachsene denken, lehnen sie strikt ab. Und nicht selten sehen sie die Kinder nach dem Ausstellungsbesuch in der Gruppe mit Erziehungs- und Lehrkräften am Wochenende dann mit ihren Eltern in der Ausstellung wieder.

45 Führungen pro Jahr

"Für uns sind alle Kinder von der Kita über Sondereinrichtungen bis zur Grundschule willkommen", freuen sie sich über jede Gruppe. Patricia Potrykus schreibt alle Kitas und Grundschulen in Offenburg und der ganzen Ortenau an und beschreibt die Ausstellungen kindgerecht. Die Anmeldung erfolgt dann über ihre Mitarbeiterin Katja Bindel, die zwischen den Kunstvermittlerinnen und den Einrichtungen einen Termin vereinbart, der meistens vormittags stattfindet, wenn die Städtische Galerie geschlossen ist. "In diesem Jahr haben unsere Kunstvermittlerinnen bereits 30 Führungen absolviert, weitere sind gebucht", freut sich Potrykus und hofft auf weitere Anmeldungen.

 
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