1910 auf normalem Fundament gegründet, entsprach die Mühlbachbrücke nicht mehr den aktuell geltenden Standards im Bereich der Tragfähigkeit und der Verkehrssicherheit – wegen des zu niedrigen Geländers nicht zuletzt vor allem für Fußgängerinnen und Fußgänger. Die Arbeiten zum Abbruch des historischen Bauwerks wurde im August vergangenen Jahres begonnen.
Mehr Stabilität
Der Neubau gründet künftig auf Bohrpfählen – das macht das neue Bauwerk sicherer und haltbarer, aber in der Bauart aufwändiger, denn sie werden in den Untergrund gebohrt, wobei ebenfalls immer wieder Bauwerksreste durchbohrt werden müssen, die man im Vorfeld nicht erkunden kann. Dabei werden auch diese Arbeiten immer wieder ausgebremst.
Was die Arbeiten an der Brücke zudem erschwert hat, ist, dass zu einer historischen Brücke kaum Unterlagen vorhanden sind. Im Untergrund wurden daher immer wieder "Überraschungen" in Form von Fundamentresten, alten Bachmauern und sogar mit Teer belastetem Material gefunden. Durch die Lage der Baustelle am Gewässer ist eine Absicherung der Baugruben erforderlich. Hierfür werden heutzutage Stahlprofile in den Untergrund gerammt. Früher wurde Holzpfähle und Weidenmatten verwendet, die im Untergrund ebenfalls gefunden wurden und entsorgt werden mussten.
Bevor eine neue Baugrubensicherung eingebaut werden kann, müssen alle Versorgungsleitungen aus diesem Bereich entfernt werden, um diese bei den Rammarbeiten nicht zu beschädigen. Hierbei sind immer wieder Kabel und Rohre zum Vorschein gekommen, die unkartiert und somit nicht bekannt waren. Die Überprüfung, ob diese noch in Betrieb sind und welchem Zweck sie dienen, kostet viel Zeit.
Aufgrund von abweichenden Tiefenlagen diverser Leitungen musste zuletzt noch die Sicherung der Baugruben umgeplant werden, was ebenfalls Zeit in Anspruch nimmt.
Weitere Bauabschnitte
Die Brückenteile, die die Fahrbahn bilden, sind seit Mitte August eingebaut und müssen noch mit Bewehrung und Beton auf der Oberseite verbunden werden. Die Versorgungsunternehmen montieren derzeit Leerrohre für Stromleitungen, Telefon, das Parkleitsystem und die Gasversorgung.
Wenn das erledigt ist, werden die Rückseiten der Fertigteile ebenfalls mit Beton verbunden. Dann können die Baugruben soweit verfüllt werden, dass die Arbeiten an den Versorgungsleitungen in der Straße weitergeführt werden können.
Voraussichtlich im Oktober kann mit den Straßenbauarbeiten begonnen werden. Im Anschluss kann dann die Freigabe der Brücke erfolgen – im Dezember wird es so weit sein.










