Die Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine invasive Stechmückenart, die ursprünglich aus Asien stammt und sich in den letzten Jahren in Europa und auch in Baden-Württemberg ausgebreitet hat. Sie ist auffällig schwarz-weiß gemustert und hat charakteristische weiße Streifen an den Hinterbeinen, dem Kopf und dem Rücken.
Die Tigermücke ist ein potenzieller Überträger von tropischen Krankheitserregern wie dem Dengue- oder Chikungunya-Virus, die in Deutschland bisher nur bei Reiserückkehrern aus Endemiegebieten diagnostiziert wurden. Die Tigermücke kann diese Viren nur weitergeben, wenn sie zuvor einen infizierten Menschen gestochen hat. Die Wahrscheinlichkeit einer lokalen Übertragung in Baden-Württemberg ist daher sehr gering, aber nicht ausgeschlossen.
Seit 2005 wird entlang von Hauptverkehrsrouten aus Südeuropa ein Monitoring zum Nachweis von invasiven Stechmückenarten durchgeführt. Ab 2007 konnten entlang der A 5 immer wieder Tigermücken nachgewiesen werden. Die Insekten gelangen vermutlich durch den internationalen Handel mit Gebrauchtreifen oder Pflanzen als «blinde Passagiere» mit LKWs und PKWs aus Süden auch in die Ortenau und werden häufig an Autobahnparkplätzen freigesetzt. Im Allgemeinen bieten sich dort keine optimalen Bedingungen für die Stechmücken, weil kaum Brutmöglichkeiten bestehen.
Die Tigermücke bevorzugt städtische und suburbanen Lebensräume. Sie kann nur einige hundert Meter weit fliegen und benötigt dann kleine Wasseransammlungen wie Regentonnen, Blumentöpfen oder Autoreifen, in denen sie sich vermehren kann. Auch Schrebergärten und Friedhöfe stellen günstige Areale für die Tigermücken dar. Sie ist tagaktiv und sticht vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag.
Seit 2019 findet die Bekämpfung der Tigermücke auch in Offenburg statt.
In 2023 wurden Anfang Juni im Rahmen eines aktiven Monitorings insgesamt 22 Eiablagefallen in Offenburg aufgestellt. Grundlage für die Standorte sind die Fundorte der Tigermückenmeldungen aus dem Jahr 2022 sowie zwei Gebiete direkt an den Ausfahrten der Bundesstraße 33 (Verbindung zur Autobahn 5. Ziel der Monitoringgebiete war eine mögliche Einschleppung und Verbreitung durch die A5 im Industriegebiet nachweisen zu können.
Neben einem Monitoring des Vorkommens wurde auch eine Informationskampagne, sowie eine vorsorgliche Bekämpfung der Tigermücke in den Gebieten um bekannte Eigelege durchgeführt.
Um die Ausbreitung der Tigermücke zu verhindern oder einzudämmen, sind neben dem systematischen Monitoring und der gezielten Bekämpfung der Tigermücke auch die Unterstützung der Bevölkerung gefordert:
Potenzielle Brutstätten beseitigen oder behandeln, das bedeutet:
- Regentonnen abdichten
- Vogeltränken, Planschbecken etc. regelmäßig leeren und reinigen
- Ungenutzte Behälter umdrehen (Grabvasen, Eimer, Gießkannen)
- Wasseransammlungen vermeiden
Lassen sich Wasseransammlungen nicht vermeiden (beispielsweise Ablaufgitter), können diese Bereiche mit Bti-Tabletten (Bacillus thuringiensis israelensis) behandelt werden.
Die Mücke kann äußerst lästig werden, denn sie ist tagaktiv, sehr aggressiv und sticht mehrere Menschen in kurzer Zeit. Dadurch kann es bei einem gehäuften Vorkommen der Mücken zu einer Beeinträchtigung von Freizeitaktivitäten im Außenbereich kommen. Haben Sie eine Brutstätte in Ihrer Nähe, können sie sich vor Mückenstichen schützen, z.B. durch Verwendung von Repellentien (Mückenschutzmitteln für die Haut), Moskitonetzen, Anbringen von Fliegengittern an Fenstern und Türen oder heller Kleidung.
B.t.i.-Tabletten
Bti ist ein biologisches Mittel (Protein), das Mückenlarven abtötet, aber anderen Tieren, Menschen und Pflanzen nicht schadet. Das Wasser kann weiterhin zum Gießen verwendet werden. Eine der zehn Bti-Tabletten im Blister reicht für die Behandlung von 50 Litern Wasser (siehe Beipackzettel). Diese Tabletten stehen im Handel zur Bekämpfung von Stechmücken zum Verkauf zur Verfügung. Im Falle eines Befalls mit Asiatischen Tigermücken, können B.t.i.-Tabletten kostenfrei von der Stadt unter der oben angeführten Adresse bezogen werden.Bitte beachten Sie: B.t.i.-Tabletten werden nicht präventiv, sondern zur direkten Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke eingesetzt. Deshalb können nur AnwohnerInnen, die in einem bestätigten Gebiet für die Asiatische Tigermücke leben, B.t.i.-Tabletten beziehen.
Stadt Offenburg
Gewerbe, Sicherheit und Ordnung
Eingang Bürgerbüro / Eingang Hauptstraße 77
77652 Offenburg
Telefon: +49 781 82-2419
E-Mail: ordnung@offenburg.de
Landratsamt Ortenaukreis
Infektionsschutz - Gesundheitsamt
Leutkirchstraße 34b
77723 Gengenbach
Georg-Peter-Süß-Str. 1
67346 Speyer
Tigermückentelefon: +49 160 1552284
Email: info@kabs.de
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