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Verwaltung will Hemmnisse mit "Städtebaulicher Entwicklungsmaßnahme" überwinden

- 26.02.2026 - 

"In den Matten" soll es vorangehen

Wohnungsbau cl Offenburg wächst überdurchschnittlich stark. Allein zwischen 2014 und 2023 stieg die Einwohnerzahl um 9,2 Prozent. Ähnlich große Städte in Baden-Württemberg wuchsen im Schnitt lediglich um 4,9 Prozent. Der Bedarf an Wohnungen ist in Offenburg also erheblich größer als anderenorts.

Vekehrsgünstig und zentrumsnah. Baugebiet "In den Matten" an der B 3. Grafik: Stadt Offenburg.

Etwa 2750 Wohnungen sind in den vergangenen zehn Jahren in Offenburg entstanden. Im kommenden Jahrzehnt werden noch einmal 2300 Einheiten gebraucht. Ein wichtiger Baustein ist dabei das Baugebiet "In den Matten" auf der Gemarkung des Ortsteils Bohlsbach. Es liegt verkehrsgünstig gegenüber dem Dietrich-Areal an der Bundesstraße 3, zwei Kilometer vom Bahnhof und 500 Meter vom künftigen Klinikum entfernt.

Auf acht Hektar können bis zu 250 Wohneinheiten errichtet werden. Das sind etwa zehn Prozent des prognostizierten Bedarfs.

Doch in der Umsetzung klemmt es. Drei Eigentumsgemeinschaften verweigern sich dem Vorhaben und wollen ihr Land nicht zu dem vom Gutachterausschuss festgelegten Preis von 50 Euro pro Quadratmeter veräußern. Sie repräsentieren knapp ein Viertel der Gesamtfläche.

Enteignungen möglich

Wie die Stadt das Dilemma auflösen will, erläuterte Baubürgermeister Oliver Martini am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs. Das Zauberwort heißt "Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme". Der Begriff stammt aus dem Baugesetzbuch. Im äußersten Fall sind auch Enteignungen möglich - und zwar auch in dem vom Grundgesetz vorgegebenen Rahmen, wonach der Schutz des Eigentums hohen Wert genießt. Baubürgermeister Martini: "Hier gilt eine Abwägung von Gemeinwohl und Eigeninteresse."

Attraktives Angebot

Um die Verkaufsunwilligen doch noch zur Kooperation zu motivieren, macht die Stadt ein attraktives Angebot. Stephan Färber, Fachbereichsleiter Bauservice: "Wer bis zum 30. Juni verkauft, kann vom so genannten Rückerwerbsmodell profitieren." Sprich: Die auf den verkauften Grundstücken entstandenen Bauplätze können zu den Gestellungskosten zurückgekauft werden.

Das ist in der Regel ein lohnendes Geschäft, da die Grundstücke danach erheblich höhere Marktpreise erzielen.

Sollten sich doch noch alle Grundeigentümer*innen darauf einlassen, wäre die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gar nicht mehr erforderlich.

Baubürgermeister Oliver Martini (l.), Cindy Hummel von der Abteilung Flächenmanagement und Fachbereichsleiter Bauservice Stephan Färber informierten über den Fortgang im Baugebiet.