Der Entwicklung sei ein mehrjähriger Planungsprozess vorausgegangen. Von Anfang an sei der Fokus dabei auf einem hohen städtebaulichen Anspruch und einer umfangreichen Grünplanung gelegen, berichtet Senghas. Begleitgrün, Baumstrukturen zur Einfassung des Areals und klare Gebäudehöhenvorgaben sollten das Gebiet optisch in die umliegende Landschaft einbinden. Geht es nach der Architektenkammer Baden-Württemberg, dann ist das gelungen. Im Jahr 2022 würdigte sie das Grünkonzept mit der Auszeichnung für „Beispielhaftes Bauen". Vor dem Hintergrund des Klimawandels sei die Eingrünung mit den im Landschaftsraum vorkommenden Grünelementen vorbildlich gelungen, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Hoher ökologischer Wert
Die Hälfte der 48 Hektar Gesamtfläche wurden als sogenannte Grünanteile gestaltet, berichtet Senghas. Deshalb sei häufig auch vom „Gewerbepark Erlen" die Rede. Die Stadt habe das Grün bewusst in größeren, zusammenhängenden Flächen angelegt – etwa in Form eines Birkenwäldchens. „Mit gebündelten Grünflächen entsteht ein viel größerer ökologischer Wert als mit einzelnen oder wenigen Bäumen auf den jeweiligen Grundstücken", so Senghas weiter. Auch die Architektenkammer Baden-Württemberg fand diesen Ansatz gelungen und lobt in ihrer Begründung die schattenspendende Lindenallee an der Haupterschließungsstraße, Wiesenflächen, die als Lebensraum für Insekten und Kleinstlebewesen dienen und das schilfbestandene Regenrückhaltebecken mit Biotopfunktion.
Bei der Vermarktung der Flächen sei von Anfang an die Zielrichtung klar gewesen, stellt Senghas klar: Unternehmen aus den Bereichen Engineering, Maschinenbau sowie technologienahe Dienstleistungen sollten angesiedelt werden. Und: Erlen sollte eine Heimat für lokale Unternehmen aus Ravensburg und der Region bieten. Diese Ziele könne man – so Senghas – rückblickend als erfüllt betrachten: 70 Prozent der ansässigen Unternehmen stammten aus Ravensburg selbst, die übrigen 30 Prozent aus den unmittelbaren Nachbargemeinden.
2.000 Arbeitsplätze
Trotz anfänglich verhaltener Nachfrage während der Wirtschaftskrisenjahre 2008/2009 zeige sich heute, dass die Entscheidung dem Bedarf entsprechend „richtig und wichtig" gewesen sei. So arbeiteten mittlerweile rund 2.000 Menschen im Gewerbegebiet. Und auch die Rückmeldungen aus den angesiedelten Unternehmen seien positiv, berichtet Senghas. Viele hätten sonst keine Entwicklungsperspektive gehabt. Mit der Entwicklung habe man Abwanderungen verhindern können. „Das Gewerbegebiet hat maßgeblich zur positiven Wirtschaftsentwicklung in Ravensburg beigetragen", bilanziert Senghas abschließend.








