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Am Großen Deich
Die Kinzig floss zuvor in vielen Armen zum Rhein und der heutige Mühlbach war ein natürlicher Seitenarm.
Gegen die Hochwasser schützten sich die Menschen mit niederen Dämmen oder "Landvesten". Dieser Dammbau war Frondienst; er musste auf Befehl des Landvogts unentgeltlich verrichtet werden.
1608 wurde "der ober große Theuch an der Künzig, so vor 16 Jahren erpaut worden, durch die große Wassergüß zerrissen". Bereits damals gab es eine Stellfalle, deren Bedienung dem Ortenauer Teichmeister oblag. 1573 musste dieser "geloben und schwören, wenn das Mühlwasser klein (der Wasserstand zu niedrig) ist, soll er auf der Müller Begehren auf dem Teuch das Wasser schwellen mit Dielen". Außerdem musste er bei Frostgefahr das Wasser mit einem Schiff eisfrei halten, war also auch "Eisbrecher".
Im 19. Jahrhundert ging die Mühlbachkontrolle an die städtische Bachgenossenschaft über, die einen Schleusenwärter anstellte. Für diesen wurde 1864 das Wärterhaus erbaut.

