Offenburg während der Revolution von 1848
In den Jahren 1847 bis 1849 war Offenburg nicht nur einer der Ausgangspunkte des revolutionären Geschehens in Baden, sondern blieb in dessen Mittelpunkt bis ins Jahr 1849 hinein. Mehrere Faktoren waren vermutlich dafür ausschlaggebend. Zum einen herrschte in Offenburg ein liberaler Geist, geprägt durch den 1845 zum Bürgermeister gewählten Juristen Gustav Rée, der in seiner Arbeit von einem ebenfalls demokratisch gesinnten Gemeinderat unterstützt wurde. Dieser "Mann des politischen Fortschritts" ermöglichte es Jungdemokraten und Revolutionären wie Carl Heinrich Schaible und Franz Volk, sich politisch zu betätigen und für ihre Ideale einzutreten.
Die Versammlung der "Entschiedenen Freunde der Verfassung" vom 12. September 1847, die im Gasthaus Salmen stattfand, gab den Startschuss für die badische und deutsche Demokratiebewegung. Die 13 Offenburger Forderungen (u. a. Presse-, Gewissens- und Religionsfreiheit, allgemeines Wahlrecht, gerechte Besteuerung, Ausgleich zwischen Arbeit und Kapital) formulierten erstmals die wichigsten Grundrechte, die in die späteren demokratischen Verfassungen einflossen.
Am 19. März 1848 nahmen 25 000 Menschen an der Offenburger Volksversammlung teil, deren Programm im Wesentlichen die Forderungen von 1847 bekräftigte. Neu war der Wunsch nach der Bildung von Volksvereinen, die das Ziel hatten, die demokratische Bewegung landesweit zu organisieren und auf eine breite Basis in der Bevölkerung zu stellen.
Der Landeskongress der Volksvereine am 12. und 13. Mai 1849 war schließlich die dritte große Kundgebung. Rund 40 000 Menschen trafen sich in Offenburg, das damals nur etwa 5 000 Einwohner zählte. Während der Versammlung wurden sie von der Ausrufung der Revolution überrascht. Die Programminhalte dieser bedeutenden Versammlungen gaben den Ereignissen in Baden entscheidende Impulse, bevor im Sommer 1849 deutsche Bundestruppen, insbesondere aus Preußen, den badischen Volksaufstand niederschlugen.











