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Blumenwiese

Heimische Blumenwiesen in Offenburg
 
Blumenwiesen sind wichtige Bausteine für den Erhalt der Artenvielfalt
An verschiedenen geeigneten Stellen in Offenburg verwandeln sich ehemalige Rasenflächen in Blumenwiesen und bieten der Insektenwelt ein Nahrungsangebot und einen besseren Lebensraum.
Die verschiedenen Wildblumen locken zahlreiche Insekten an, wie etwa Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer. Dieser Lebensraum ist nicht nur für die Tiere toll, sondern auch für die Bürger und das städtische Klima.
 
Wiese ist nicht gleich Wiese
Einige dieser Flächen sind in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Schwarzwald/Mitte Nord entstanden. Entscheidend für den Erfolg solcher Biodiversitätsmaßnahmen ist das richtige Saatgut und die richtige Pflege. Beim Saatgut wird auf gebietsheimisches Saatgut mit überwiegend mehrjährigen Wildblumen geachtet, wie sie auch in Blumenwiesen und Wegsäumen in der freien Landschaft in der Ortenau vorkommen. Hier finden sich beispielsweise Margerite, Glockenblume, Schafgarbe, Flockenblume, Skabiose, Wiesensalbei. Unter unseren Insekten befinden sich sehr viele, die sich auf heimische Wildblumen spezialisiert haben. Beispielsweise benötigt die Raupe des Schwalbenschwanzes als Futterpflanze Doldenblütler wie Wilde Möhre. Die Larven von etlichen Wildbienenarten sind für ihre Entwicklung auf den Pollen ganz bestimmter Wildblumen angewiesen.
 
Richtiges Mähen fördert den Blütenreichtum
Heimische Blumenwiesen werden wie in der traditionellen Landwirtschaft zweimal jährlich gemäht. Die erste Mahd findet in der Rheinebene ab Mitte Juni statt. Die zweite Mahd im September / Oktober. Am besten schonend mit Balkenmäher oder Vordermäher. Das Mahdgut muss abgetragen werden, damit der Boden abgemagert wird und keine neuen Nährstoffe durch den Rückschnitt zugeführt werden. Denn ein magerer Boden fördert die Wildblumenvielfalt.  Durch das Mähen der Wiese wird auch die Selbstaussaat der Pflanzen unterstützt, da Wildblumen zur Keimung Licht benötigen.  Ein Teil der Wiese bleibt stehen, denn die Insekten benötigen die Vegetation als Rückzugsraum, Nahrungsquelle und Kinderstube. Hier können sie sich ausruhen und es gibt ausreichend Nachkommen für das kommende Jahr.
 
Mähen mit dem Mulchmäher schadet den Blumenwiesen. Das Mahdgut mit den Insekten wird kleingehäckselt und bleibt in der Regel auf der gemähten Fläche liegen. Dem Boden werden wieder Nährstoffe zugeführt und die Anzahl der Wildblumen reduziert sich.
 
Geduld
Eine Blumenwiese entwickelt sich nicht innerhalb eines Jahres. Hier ist schon etwas Geduld gefragt. Bis zur vollen Entfaltung kann es schon mal fünf bis zehn Jahre dauern.
 
Viele Lebensräume verbinden
Insekten brauchen oft mehre verschiedene Lebensräume in unmittelbarer Nähe. Nistplatz und Nahrungsraum sind oft nicht ein und derselbe Standort.  Ein Verbund von verschiedenen Lebensräumen sichert das Auftreten von einer Vielzahl von Arten. Es lohnt sich auch zusätzliche Elemente wie Steinlesehaufen oder Totholz in Randbereiche von Wiesen miteinzubringen.
 
Genau Hinschauen lohnt sich
Die Blumenwiese ist nicht nur eine ökologische Bereicherung, sondern eignet sich prima zur Naturbeobachtung. Nehmen Sie sich doch mal Zeit und fokussieren Sie sich auf den Mikrokosmos.