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Kooperationsprojekt von Bürgerstiftung St. Andreas und Lesewelt Ortenau wird ausgeweitet

- 05.06.2025 - 

Vorlesen für den Spracherwerb

Sprachförderung gr 17 von rund 30 Offenburger Kitas sind bereits Teil der Kooperation zwischen der Bürgerstiftung St. Andreas und der Lesewelt Ortenau e.V, die ergänzend im Rahmen des Sprachprojektes „Sprache der Schlüssel zur Zukunft“ Ende 2024 ins Leben gerufen wurde. Bei einem Pressegespräch in der Kita "Haus der kleinen Freunde" informierten die Verantwortlichen über den Fortgang des seit 2022 laufenden Projekts. Ehrenamtliche Vorleser*innen werden weiterhin händeringend gesucht.

Die Lesewelt Ortenau sucht ehrenamtliche Vorleser*innen.

"Das Vorlesen ist für die sprachliche Entwicklung von Kindern unwahrscheinlich wichtig“, betonte der Noch-Vorstandssprecher der Bürgerstiftung, Armin Fink. Und, so Fink weiter, Vorlesen bedeute nicht einfach nur zuhören, sondern schließe auch den Austausch über das Gelesene mit ein. Dadurch würden sowohl die Kreativität als auch die Fantasie der Kinder angeregt. Konkret setzen die ehrenamtlichen Vorleser*innen das in den Kitas in Form eines spielerischen Vorlesens um. Die städtische Fachberatung für Sprach-Kitas, Samantha Schröder, ist überzeugt vom Projekt: „Vorlesen im Kita-Alltag ist mehr als ein Ritual. Es eröffnet den Kindern kontinuierlich neue sprachliche und kognitive Zugänge. Daher sind zusätzliche Vorlesegelegenheiten ein großer Gewinn."

Carmen Stürzel von der Lesewelt Ortenau erläutert das dahinterstehende Konzept weiter. Sie und ihre Mitstreiter*innen vermitteln und qualifizieren ehrenamtliche Vorleser*innen für den Einsatz in Kindertageseinrichtungen. Dabei können die Ehrenamtlichen selbst entscheiden, welche Bücher sie gemeinsam mit den Kindern lesen möchten. Die Lesewelt Ortenau unterstützt sie bei Bedarf und bietet außerdem kostenfreie Fortbildungen an.

Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Projekts betonte der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung, Oberbürgermeister a. D. Wolfgang Bruder: „50 bis 60 Prozent der heutigen Schulkinder benötigen eigentlich Sprachförderung.“ Die Folgen davon seien dramatisch und bereits zu beobachten. So seien die germanistischen Fähigkeiten heutiger Abiturienten dramatisch schlechter als noch vor zehn Jahren. „Eigentlich bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung“, fügte Projektpartner Frank Mildenberg, Geschäftsführer des Mildenberger-Verlags, an.

Das Sprachförderungsprojekt wird wissenschaftlich von der Hochschule Schwäbisch Gmünd begleitet. Dabei geht es sowohl um die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten der Kinder als auch die Verbesserung der sprachbezogenen Prozessqualität im pädagogischen Kita-Alltag. Die Finanzierung für das Gesamtprojekt ist indes noch bis 2027 gesichert. Wolfgang Bruder stellte klar, dass die Bürgerstiftung für die Zeit danach bei der Stadt Offenburg für eine Anschlussfinanzierung werben wird, verwies aber gleichzeitig auf finanzielle und die noch größeren personellen Herausforderungen bei der Gewinnung von Sprachfachkräften. Zugleich lobte er die aus seiner Sicht heute schon wegweisende Arbeit der Stadt. „Offenburg ist bereits in der Spitzengruppe bei diesem Thema.“

Wer sich vorstellen kann, sich als ehrenamtliche Vorleserin oder als ehrenamtlicher Vorleser zu engagieren, kann sich per E-Mail an mitmachen@lesewelt-ortenau.de wenden oder telefonisch unter 0781/93603690 melden.