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Der Unternehmer und Mäzen Hans-Robert Schmid wird Ehrenbürger der Stadt Offenburg

- 18.06.2025 - 

"Es bedeutet mir sehr viel"

Ehrenbürgerwürde ges Am kommenden Dienstag, 24. Juni, wird Hans-Robert Schmid (80) Ehrenbürger der Stadt Offenburg. Damit würdigt die Stadt das herausragende unternehmerische, soziale und kulturelle Engagement des Offenburger Unternehmers und Mäzens. Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Auszeichnung, die eine Kommune an Einzelpersonen verleihen kann. Oberbürgermeister Marco Steffens, der die Verleihung in der Reithalle vornehmen wird, im Gespräch mit Hans-Robert Schmid und seiner Frau Mary Victoria.

Der künftige Ehrenbürger Hans-Robert Schmid (l.) mit seiner Frau Mary Victoria Gerardi-Schmid im Gespräch mit Oberbürgermeister Marco Steffens in dessen Dienstzimmer.

Das Gespräch findet im Rathaus statt. Was ihm denn die Auszeichnung bedeute, möchte OB Steffens wissen. Schmid, bekannt für seine prägnante Art, bringt es auf den Nenner: "Sie bedeutet mir sehr viel." Und lächelt: "Das ist Ihnen zu kurz?" Auch der Rathauschef lächelt und nickt. Die Ehrenbürgerwürde werde im Schnitt alle zehn Jahre verliehen, so Schmid, sei demnach eine seltene Auszeichnung und damit etwas ganz Besonderes. Mit einem Burda (Hubert Burda wurde im Jahr 2000 geehrt) und einem Schäuble (Wolfgang Schäuble erhielt die Auszeichnung 2022) auf eine Stufe gehoben zu werden – "ja, das bedeutet mir sehr viel".

Einsatz fürs Gemeinwohl

Als vor Monaten der Anruf des OB-Büros kam, dass Herr Steffens gerne mal etwas mit ihm besprechen wolle, habe er sich nicht vorstellen können, um welches Anliegen es sich handele. Mit einem Glas Sekt wurde zuhause bei ihm auf die geplante Ernennung angestoßen: "Ja, natürlich habe ich mich gefreut."

OB Steffens unterstreicht, dass sich Schmid in einzigartiger Weise für Offenburg und seine Bürgerinnen und Bürger eingesetzt habe und dies noch immer tue. "Wie schaffen Sie es, als Chef des viertgrößten Online- und Versandhandelsunternehmens in Deutschland sich noch sozial und kulturell zu engagieren?" Schmids Blick ruht auf seiner Frau: "Sie hilft sehr viel mit und ist für solche Dinge die richtige Ansprechpartnerin." Wobei sich die Eheleute stets einig seien, wenn es darum gehe, welche Menschen und Institutionen unterstützt werden sollen. Oft wollen sie als Förderer anonym bleiben. Tu Gutes und rede nicht darüber, dieser Grundsatz bildet die Basis. "Mit dem Geld könnten Sie ja auch etwas anderes machen", hakt OB Steffens nach. Schmid lächelt wieder: "Im Großen und Ganzen ist es uns gut gegangen, in Offenburg besonders", sagt er: "Wir haben beide das Gefühl, etwas zurückgeben zu können. Es tut uns nicht weh." Und seine Frau ergänzt: "Es tut uns sogar gut." Jungen Menschen Teilhabe zu ermöglichen, das liege ihnen besonders am Herzen: "Das sind genau die Dinge, die wir gerne machen." Engagement für das Gemeinwohl, für eine funktionierende Gesellschaft – dazu will das Ehepaar seinen Beitrag leisten. Und wie lautet das Kernprinzip des Unternehmers Schmid, Inhaber der Printus-Gruppe, der mit seinem Wirken entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung Offenburgs beiträgt? "Unser Ziel ist, dass alle Kunden zufrieden sind, dass alles gut und reibungslos erledigt wird." Kunden wollen nicht gerne warten. Wenn im Drucker kein Papier mehr liege, dann müsse es schnell gehen. 98 Prozent der Bestellungen, die tagsüber bis 17 Uhr einträfen, seien am nächsten Tag beim Kunden. Sein Führungsstil sei konsequent: "Wenn wir morgens etwas entscheiden, beginnen wir nachmittags damit." Dass die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen, zurückgehe, wie OB Steffens anmerkt, will Schmid so nicht stehen lassen: "Das ist Erziehungssache."

Offenburg als Heimat

Direktmarketing, das sei schon immer sein Geschäft gewesen, blickt Schmid zurück. Sein erstes Unternehmen gründete der gebürtige Stuttgarter 1973, neun Jahre später kaufte er eine heruntergewirtschaftete Firma in Hamburg und baute sie in Offenburg neu auf und kontinuierlich aus. 1985 waren es 23 Mitarbeitende und es gab einen Umsatz von 16 Millionen Mark. Heute hat die Printus-Gruppe über 1800 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro – damit ist das Unternehmen Marktführer im Versand- und Onlinehandel für Bürobedarf.

Ob die Kinzigstadt seine Wahlheimat sei? "Die ,Wahl' können Sie streichen." Offenburg sei seine Heimat: "Heimat ist dort, wo ich mich wohlfühle." Und diese Voraussetzung erfülle die Stadt, die Schmid als gar nicht klein empfindet: "Offenburg hat alles, was man braucht." Zahlen treiben ihn an: "Und die sollen jedes Jahr besser werden." Es müsse immer weitergehen. Stehenbleiben sei Rückschritt. Diese Dynamik sei entscheidend, dass eine Gesellschaft lebensfähig bleibe.

Schmid ist Gründungsstifter der Offenburger Bürgerstiftung St. Andreas und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Für die Hochschule Offenburg hat er einen Lehrstuhl für Direktmarketing und E-Commerce gestiftet und ist folgerichtig Ehrensenator der Einrichtung an der Badstraße. "Das neue Angebot hat ganz gut eingeschlagen", formuliert es Schmid in seiner ihm eigenen Bescheidenheit: Auch für Studierende außerhalb von Offenburg sei es interessant.

Nach anderthalb Stunden lehnt sich der künftige Ehrenbürger der Stadt Offenburg zurück und atmet tief durch: "Ich möchte eigentlich gar nicht so viel über mich reden."