Seit drei Jahren läuft die Aktion Baumpatenschaften. Wie hat sich die Aktion entwickelt?
Wolfram Reinhard: Ehrlich gesagt leider nicht so, wie wir uns das erhofft hatten. Die Anzahl unserer Baumpaten liegt aktuell bei neun Personen und das nach drei Jahren. Dafür, dass das Thema Baum im öffentlichen Diskurs immer so hochemotional gehandhabt wird, ist die Resonanz ernüchternd, wenn es darum geht, tatsächlich etwas zu tun. Umso dankbarer bin ich den Baumpaten, die sich für unsere Stadtbäume stark machen.
Welche Aufgaben übernehme ich als Baumpatin und Baumpate?
Reinhard: Die reine Baumpatenschaft umfasst eine zusätzliche Wassergabe pro Woche in den Sommermonaten. Dabei sollten 100 Liter pro Woche an den Baum gegeben werden. Zudem sollten Beschädigungen oder Totholz in der Krone gemeldet und die Baumscheibe, also der bepflanzte/eingesäte Bereich um den Stamm herum, gesäubert werden.
Ganz wichtig ist zu betonen, dass die Technischen Betriebe weiterhin reguläre Baumkontrollen und Bewässerungsgänge vornehmen – die Hauptverantwortung für die Verkehrssicherheit liegt also weiterhin bei der Stadt, nicht bei den Paten.
Kann ich mir meinen zu pflegenden Baum aussuchen?
Reinhard: Natürlich, das ist kein Problem. Der Baum oder die Bäume sollten im Idealfall nicht zu weit entfernt sein, damit die Wassergabe noch zu leisten ist. Aber auch für weiter entfernte Bäume kann auf Wunsch eine Patenschaft übernommen werden. Je nachdem, was sich die/der Einzelne zutraut.
Wie werde ich auf die Aufgabe vorbereitet?
Reinhard: In der Regel erfolgt vor Übernahme einer Patenschaft ein Vororttermin. Ich freue mich immer, neue Pat*innen direkt persönlich kennenzulernen und die Patenschaft mit ihnen zu besprechen. So können auch Fragen direkt geklärt werden und ich kann mit meinem Zugang zum Baumkataster direkt die Baumnummer des entsprechenden Baumes registrieren. Einmal im Jahr laden wir als Dankeschön unsere Baumpat*innen zu einem gemütlichen Beisammensein. Leider kam dies in vergangener Zeit etwas zu kurz. Umso mehr ist es mir eine Herzensangelegenheit, dass wir das ab diesem Jahr konsequent durchführen.
Die Bürger*innen können sich auch für eine Baum- und Beetpatenschaft entscheiden. Was steckt dahinter?
Reinhard: Bei der Baum- und Beetpatenschaft sind es dieselben Aufgaben wie bei der normalen Baumpatenschaft. Zusätzlich können die Pat*innen die Baumscheibe mit von der Stadt zur Verfügung gestellter Pflanzenware bepflanzen. Die folgenden Pflegearbeiten fallen dann ebenfalls in die Verantwortung der Pat*innen.
Entscheidend ist hierbei, offen und ehrlich miteinander zu sein. Wir sind niemandem böse, wenn sie oder er irgendwann merkt, dass die Aufgaben die eigenen Kapazitäten übersteigen. Dann ist es bloß wichtig, dass man uns das mitteilt, damit die Technischen Betriebe das Beet wieder in die Pflege nehmen.
Interesse an einer Baum- oder Beetpatenschaft – Kontakt: Wolfram Reinhard, Telefon 0781/82-2380, oder E-Mail schreiben an wolfram.reinhard@offenbzurg.de.








