Seit zwei Monaten sind Vorstandssprecher Fred Gresens und Geschäftsführer Walter Glunk im Amt und sehen es beide als Ehre, in die Fußstapfen von Bernhard Schneider und Armin Fink treten zu dürfen. „Wir haben ein gut bestelltes Haus übernommen“, so der einstimmige Tenor.
Gresens als Gemibau-Chef und Glunk als ehemaliger Geschäftsführer der Musikschule Offenburg/Ortenau und der Volkshochschule Offenburg decken mit ihren Erfahrungen den Baubereich und den Kultursektor ab und warten mit einem großen Netzwerk auf. In den letzten Jahrzehnten waren sie auch immer wieder an Projekten der Bürgerstiftung beteiligt und konnten so bereits vorab Stiftungsluft schnuppern. „Wenn wir sicherlich auch neue Akzente setzen werden, so planen wir keinen Umbruch und werden die Kontinuität als Doppelspitze fortsetzen“, sind sich beide einig.
„Die Bürgerstiftung St. Andreas gibt die notwendige Struktur vor, um Offenburg in verschiedensten Bereichen mit Fördergeldern zu unterstützen – und das auf unkompliziertem und unbürokratischem Weg“, führt Gresens den Großbrand in Albersbösch im Jahre 2023 als Beispiel an. Besonders stolz ist die Bürgerstiftung auf ihr Leuchtturmprojekt zur Sprachförderung „Sprache – der Schlüssel zur Zukunft“, das über fünf Jahre läuft und aus den Stiftungsfonds finanziert wird, die zusätzlich von der Stadt sowie von lokalen Unternehmen unterstützt werden.
„Viele Offenburgerinnen und Offenburger wollen etwas für ihre Stadt tun, aber nicht in einem Verein und da kommt die Stiftung ins Spiel“, weiß Glunk. Mit ihren 389 Stifter*innen samt Gründungsstifter*innen und ihrem Stiftungsvermögen in Höhe von 8,2 Millionen Euro sei die Bürgerstiftung eine Vermittlerin, um Sinnvolles für Offenburg zu tun, erklären sie.
Neuer Stiftungsfonds
Viele wollen auch Geld geben, aber in der Öffentlichkeit nicht als „Spenderin oder Spender“ in Erscheinung treten, informieren Glunk und Gresens, wie auch im Fall des neuen Stiftungsfonds „Musik und Inte-gration“, der kürzlich gegründet wurde. Mit den Erträgen aus diesem Fonds soll allen Kindern und Jugendlichen der Zugang zum Musizieren erleichtert werden, Freude an der Musik und ihnen damit eine gute Integration ermöglicht werden.
„Wir brauchen auch weitere Stifterinnen und Stifter“, rührt die Doppelspitze die Werbetrommel. Ab einem Betrag von 1.000 Euro kann man Stifter*in werden. Damit werden Stifterinnen und Stifter Mitglieder der Stifterversammlung und erhalten dort das Stimmrecht.
Bewerbungsschluss
Wer Projektideen aus dem sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich sowie der Integration, Natur und Umwelt für den 2-Jahresförderzeitraum 2026/2027 abgeben möchte, kann dies ab sofort bis zum 31. August 2025 tun. „Auch wenn diese thematisch nicht zu den Förderschwerpunkten passen, sind wir für jeden Vorschlag offen“, freut sich die Doppelspitze. Wichtig sei bei der Bewerbung um entsprechende Fördergelder eine genaue Beschreibung des Projekts samt Begründung. Im Oktober tagt dann der Stiftungsrat und entscheidet über die zu unterstützenden Projekte; hierfür stehen Gelder in Höhe von 290.000 Euro zu Verfügung. Vorgestellt werden die ausgewählten Projekte traditionell am St. Andreastag.
Nächstes Jahr feiert die Bürgerstiftung St. Andreas 25-jähriges Bestehen. Termin und Ort für die „Ein-Vierteljahrhundert-Feier“ stehen bereits fest: 19. Juli 2026 auf dem Kulturforum.
Um noch sichtbarer zu werden, wird es künftig eine neue Geschäftsstelle der Stiftung im ehemaligen Geschäft Schokolade & Wein im Salzhaus, Hauptstraße 75, geben; dem hat auch der Stiftungsrat zugestimmt.








