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So kam Amerika zu seinem Namen

- 11.09.2025 - 

Der „Taufschein“ des Doppelkontinents liegt in Offenburg – Themenschwerpunkt im Museum

Geschichte cl Warum heißt Amerika eigentlich nicht „Kolumbien“ – nach seinem Erst-Entdecker Christoph Kolumbus? Des Rätsels Lösung: Der „Taufschein“ Amerikas liegt in Offenburg – genauer im Museum im Ritterhaus.

Modell der Waldseemüller-Karte. Zusammengefaltet ergibt sie einen Globus. Rechts unten Amerika in der vor 500 Jahren bekannten Form.

Es handelt sich um eines von wenigen Originalen einer Segment-Karte aus dem Jahr 1507, erstellt von dem Kartographen Martin Waldseemüller, der damals in Sankt Didel , dem heutigen Saint-Dié-des-Vosges, im Herzogtum Lothringen wirkte. Er benutzte erstmals die Bezeichnung "Amerika" für die Neue Welt.

"Medienrevolution"

Namenspatron war der im Auftrag spanischer und portugiesischer Höfe reisende Entdecker Amerigo Vespucci italienischer Herkunft. Er hatte im Gegensatz zum ebenfalls aus Italien stammenden Christoph Kolumbus erkannt, dass es sich bei dem neu entdeckten Land um einen eigenen Kontinent handelte.

Die Waldseemüller-Karte fand rasch weite Verbreitung, nicht zuletzt auch dank einer "Medienrevolution", der damals noch neuen Drucktechnik mit beweglichen Lettern. Die Segmentkarte, die sich zu einem Globus falten ließ, war Teil eines "Medienpakets", bestehend aus einer Weltkarte in zwölf Teilen, einem kleineren Bastelbogen der Globussegmentkarte und Erläuterungen in Buchform. Mit dem Werk setzte sich in der breiten Öffentlichkeit der Name "Amerika" durch auch international.

Das Offenburger Exemplar ist eines von vier erhaltenen Originalen. Es wurde 1993 als Teil eines Buchumschlags in der humanistischen Bibliothek entdeckt. Ein weiteres Exemplar ist im Besitz der Kongressbibliothek in der US-Hauptstadt Washington.

550. Geburtstag ungefähr

Das Geburtsdatum des aus Wolfenweiler am Kaiserstuhl stammenden Martin Waldseemüller ist nicht genau bekannt. Schätzungen gehen von circa 1475 aus. Somit könnte sich dieses Jahr der Geburtstag zum 550. Mal jähren. Grund genug für das Offenburger Museum, die Waldseemüller-Karte und ihren Urheber für einige Monate in den Mittelpunkt zu stellen.

Schulklassen können folgende Kurse buchen, die sich mit Themen rund um die Waldseemüllerkarte befassen:

  • Die Macht der Karten
  • Druckwerkstatt
  • Die Humanistische Bibliothek

Vorträge und Führungen:

Dienstag, 30.9. um 19 Uhr

"Waldseemüller und seine Amerikadarstellung: Geographie im Dienst politischer und wirtschaftlicher Großmächte“, Martin Lehmann

 

Donnerstag, 2.10. um 19 Uhr,

Sonntag, 26.10 um 11 Uhr

Sonntag, 2.11. um 11 Uhr

Wie die Waldseemüllerkarte nach Offenburg kam

 

Sonntag, 12.10. um 11 Uhr

Offenburg als Reichsstadt

 

Dienstag, 28.10. um 19 Uhr

Roman-Lesung „Der Meister der Karten“, Johanna von Wild

 

Donnerstag, 6.11. um 19 Uhr

Lebkuchengewürz und „neue“ Kontinente: Globalisierung vor 500 Jahren

 

Mittwoch, 12.11. um 19 Uhr

„Die Wiederentdeckung: Wie ein Pater die verschollene Geburtsurkunde Amerikas wieder fand“, Philipp Schöbi

 

Eintritt zwischen 4 und 5 Euro. Anmeldungen und Buchungen von Führungen und Kursen sind möglich unter Tel. 0781 82 2460 oder museum@offenburg.de.

Kurse für Kinder und Führungen im Rahmen des Formats "Kulturpause" werden in der Tagespresse und im Internet unter www.museum-offenburg.de angekündigt.