Direkt zum Hauptinhalt springen

Bürgerentscheid soll klare Verhältnisse schaffen

- 06.11.2025 - 

OB wirbt für Gewerbegebiet

Bürgerentscheid gr "Es geht um eine Richtungsentscheidung über die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt", brachte Oberbürgermeister Marco Steffens seine Haltung im Pressegespräch anlässlich des von der Verwaltung angestrebten Bürgerentscheids zur Zukunft des Sonderlandeplatzes auf den Punkt. Nach jahrelanger Hängepartie sei das Thema nun endlich entscheidungsreif.

"Offenburg ist Wirtschaft", betonte der OB. Zum gesunden Branchen-Mix, der Offenburg gegen die wirtschaftliche Flaute der vergangenen Jahre resilient gemacht habe, gehöre das produzierende Gewerbe. Dieses brauche Flächen. Flächen, die es in Offenburg nur auf dem Gelände des Sonderlandeplatzes gebe. Und weiter: "Flächenentwicklung kann man nicht kurzfristig gestalten. Unsere Unternehmen brauchen Klarheit." Zwar suche die Stadt pa-rallel nach Gewerbeflächen, aber "da reden wir vielleicht über 2.000 Quadratmeter", stellte Marco Butz, Fachbereichsleiter Wirtschaft und Stadtentwicklung, klar. Diese seien eher für Handwerksbetriebe geeignet und nicht für produzierendes Gewerbe.

Kein guter Kompromiss

Einen guten Kompromiss gebe es in dieser Frage nicht, ist sich der OB sicher. Ein Gewerbegebiet um den Sonderlandeplatz herum zu planen, hätte den Nachteil, dass man nicht in die Höhe bauen könne: "Wir wollen aber einen ressourcenschonenden Umgang mit der verfügbaren Fläche." Und noch etwas treibt OB Steffens um: Die Glaubwürdigkeit der Stadt gegenüber den anderen Kommunen im Zweckverband Gewerbepark hoch³, in dessen Gebiet der Sonderlandeplatz liegt. "Als wir das Gewerbegebiet damals auf den Weg gebracht haben, haben wir uns bereits erklärt, Flächen einzubringen." Bislang stehe auf Offenburger Gemarkung aber nur das Justizvollzugsgebäude. Gleichzeitig profitiere Offenburg von den Flächen, welche die anderen Kommunen eingebracht haben. Einen direkten Austausch mit der Fliegergruppe, die den Sonderlandeplatz mit ihren rund 180 aktiven Mitgliedern derzeit für Sport- und Hobbyflüge nutzt, habe es vor dem Verwaltungsvorstoß nicht gegeben, so Steffens. Das sei auch nicht nötig gewesen, da beide Seiten bereits wüssten, wo die jeweils andere bei der Frage stehe. Er betonte, dass es für die Fliegergruppe Alternativen gäbe, um ihrem Hobby nachgehen zu können. Die Kosten für die Organisation des Bürgerentscheids, die sich in etwa auf 110.000 Euro belaufen, seien diese Entscheidung wert, so Steffens. Im Vorfeld des Entscheids – wahrscheinlich ab Januar – solle es Formate geben, bei denen beide Seiten ihre Argumente vortragen könnten. "Letztlich geht es darum, die Offenburgerinnen und Offenburger zu fragen, ob sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu ihren Unternehmen stehen." Offenburg benötige eine starke Wirtschaft, um eine soziale Stadt sein zu können. Der Gemeinderat wird sich am 10. November mit dem Vorschlag beschäftigen.