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Gemeinderat überlässt Entscheidung über Umwandlung in Gewerbegebiet den Offenburger*innen

- 14.11.2025 - 

Bürgervotum zu Sonderlandeplatz

Wirtschaft cl Soll auf der Fläche des derzeitigen Flugplatzes ein Gewerbegebiet entstehen? Darüber werden die Offenburgerinnen und Offenburger am 8. März 2026 in einem Bürgerentscheid befinden.

Der Termin fällt zusammen mit der Landtagswahl. Die Fragestellung wird lauten: "Sind Sie für die Entwicklung des Sonderlandeplatzes (Flugplatzes) zu einem Gewerbegebiet auf der Offenburger Gemarkung?"

Emotionale Debatte

Schon in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung äußerten sich Gegner und Anhänger der Umwandlung. Abgelehnt wurde ein Antrag der Grünen, das Thema von der Tagesordnung abzusetzen, um ein in Arbeit befindliches Gutachten über Offenburgs Gewerbeflächen abzuwarten. Die Entscheidung fiel schließlich nach einer ausführlichen und in Teilen emotional geführten Debatte.

Oberbürgermeister Marco Steffens begründete den Wunsch nach einem Bürgerentscheid mit den unsicheren Mehrheiten im Gemeinderat. Man wolle deshalb die Offenburgerinnen und Offenburger direkt entscheiden lassen. Inhaltlich sprach er sich für die Umwandlung in ein Gewebegebiet aus. Begründung: Es gebe einen großen Bedarf ortsansässiger Unternehmen nach Erweiterung, aber derzeit keine geeigneten Flächen mehr auf der Stadtgemarkung. Leon Feuerlein, Leiter der Abteilung Stadtplanung, präferierte die Nutzung von 20 der insgesamt 35 Hektar Fläche – ohne Erhaltung des Flugplatzes. So könnten die Grundstücke sinnvoll zugeschnitten und auch ökologische Belange berücksichtigt werden.

Pro und Contra

Werner Maier, Fraktionsvorsitzender der CDU/FDP, nannte es "ein Gebot der Stunde, Gewerbeflächen anbieten zu können". Dabei gehe es in erster Linie um den Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Maren Seifert verwies auf den großen Flächenverbrauch in Offenburg und nannte als Beispiel den geplanten Sportpark Süd. Durch ein neues Gewerbegebiet bestehe außerdem die Gefahr, dass der Autobahnzubringer Süd durch den Königswald gebaut würde.

Stefan Konprecht, Chef der FWO-Fraktion, verwies auf "zahlreiche starke und innovative Unternehmen", die in Offenburg ansässig seien "und sich weiterentwickeln können müssen".

Für die AfD-Fraktion sprach deren Vorsitzender Taras Maygutiak: "Wir wollen wissen, welche Unternehmen genau in das neue Gewerbegebiet ziehen werden." Auch er zeigte sich besorgt über den Verlauf des künftigen Autobahnzubringers.

SPD-Fraktionschefin Martina Bregler formulierte: "Die Wirtschaft ist wichtiger als die Hobbyfliegerei einiger weniger." Durch den Wegfall der Startbahn werde überdies der Fluglärm reduziert.

"Wir sprechen über Ökologie und pflastern eine grüne Fläche zu", monierte Fritz Düker für die Freien Bürger Offenburg. Er kritisierte außerdem die seiner Ansicht nach einseitige Fragestellung des Bürgerentscheids. Sarah Wiedmann, Stadträtin der Linken, kritisierte die mögliche Flächenversiegelung "in Zeiten der Klimakatastrophe". Einer Befragung der Bürgerinnen und Bürger stand sie positiv gegenüber.

8. März 2026

Einigkeit herrschte im Wesentlichen über das "Ob" eines Bürgerentscheids. Der Antrag der Grünen nach einer Verschiebung wurde abgelehnt und der Termin am 8. März 2026 bestätigt. Der Verwaltungsvorschlag zur Durchführung des Bürgerentscheids mit der genannten Fragestellung erhielt schließlich eine Mehrheit von 31 gegen 8 Stimmen.