Am Montag wird sich der Gemeinderat mit dem Bericht der Stuttgarter Stadtplaner befassen. Bereits 2018 wurde festgestellt, dass es einen akuten Mangel an baureifen Gewerbeflächen gebe – sowohl auf dem Gebiet der Stadt Offenburg als auch auf dem des Zweckverbands Gewerbepark Raum Offenburg. In einem nächsten Schritt wurden die bestehenden Gewerbeflächen genauer angeschaut. Wo gibt es Baulücken? Wo ist Nachverdichtung möglich? Und wo besteht eine Unter- bzw. Fehlnutzung?
Vor Ort unterwegs
Unter die Lupe genommen wurden insgesamt 378,9 Hektar Gewerbefläche. Dabei verließ sich die Bürogemeinschaft nicht auf ein automatisiertes Flächenscreening, sondern war vor Ort unterwegs, um die Flächen genauer einordnen zu können: Unterschieden wurde in Flächen, die von den Hauptgebäuden eingenommen werden, und in Areale, die für Lager, Verkehrswege, Parkplätze benötigt werden. Hinzu kommen unversiegelte Flächen. Mit dem Ergebnis, dass 301,2 Hektar verbraucht sind. Bei den restlichen rund 75 Hektar handelt es sich um Mosaiksteine, die sich auf insgesamt acht, nicht zusammenhängende Flächen im gesamten Stadtgebiet verteilen – vom Holderstock über Waltersweier bis zu den Gebieten in Zunsweier und Elgersweier. Von den Baulücken ohne bekannte "Belegung" sind 0,57 Hektar in städtischem Besitz. Für Oberbürgermeister Marco Steffens steht fest: "Es sind nicht genügend städtische Gewerbeflächen sowohl für Betriebserweiterungen als auch für interessierte Unternehmen, die sich neu in Offenburg ansiedeln wollen, verfügbar." Und das, obwohl sich die Stadt nicht in einer Randlage befindet, sondern an zwei bedeutenden Entwicklungsachsen liegt: der Nord-Süd-Bahnverbindung von Rotterdam nach Genua und der Ost-West-Achse über Straßburg nach Paris.
8. März: Bürgerentscheid
Eine Lösung könnte die Umnutzung des Sonderlandeplatzes im Westen der Stadt als Gewerbegebiet sein. Mit den dort vorhandenen 20 Hektar ließe sich neuer Entfaltungsraum für die Wirtschaft generieren. Jetzt ist die Offenburger Bevölkerung am Zuge: Sie hat am 8. März mittels Bürgerentscheid die Möglichkeit, für die Umnutzung zu stimmen. Oder sich zum Status quo zu bekennen.








