Wir wissen es alle: Die wirtschaftliche Lage im Land ist schwierig. Offenburg geht’s insgesamt noch gut. Gilt das auch für Ihr Unternehmen?
Manfred Kohler: Wir sind ausgesprochen stolz darauf, unseren Beitrag zur Prosperität der Region zu leisten. Trotz der herausfordernden Wirtschaftslage und dem teils gehemmten Investitionsverhalten sind wir gut für die Zukunft aufgestellt. Hobart ist nicht nur eine feste Größe im Inland, sondern wird weltweit für seine Qualität geschätzt. Diese Exportstärke macht uns deutlich resilienter gegenüber Krisen und unterstreicht den Stellenwert unseres heimischen Standorts. Von Offenburg exportieren wir in die ganze Welt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass wir einen starken Mutterkonzern im Rücken haben, der in den letzten Jahren vermehrt in den Standort Offenburg investiert hat. Mit der Werkserweiterung und den Optimierungen in der Fertigung können wir seither flexibler agieren sowie Kosten einsparen. Diese Freiräume kommen unserer Innovationskraft zugute: So schaffen wir es, die Kunden jedes Mal aufs Neue mit technischen Neuerungen und echten Kundennutzen zu begeistern. Wir reduzieren mit unseren Spülmaschinen deren Verbräuche und damit die Betriebskosten. Heutzutage ist das für alle Betriebe gleichermaßen ein wichtiger Faktor und hilft ungemein bei der Kaufentscheidung. Zusätzlich bieten wir einen exzellenten Kundenservice über die gesamte Lebenszeit der Maschinen. Das ist ein weiteres Argument für unserer Kunden und ist ein zusätzlicher Geschäftszweig, der uns etwas unabhängiger vom Investitionsverhalten im Markt macht.
Was macht den Standort Offenburg aus Ihrer Sicht attraktiv?
Kohler: Die Mentalität der Menschen. Das mag sich abgedroschen anhören, aber jeder aus der Ortenau dürfte das nachfühlen können. Wir sind zuverlässig, erfinderisch, loyal und qualitätsbewusst – aber eben nicht überheblich. Wir halten zusammen und bleiben uns treu. Das sorgt für ein hervorragendes Betriebsklima und ist der Nährboden für qualitative und innovative Produkte. Zudem ist die Region um Offenburg äußerst lebenswert. Das hilft uns bei der Suche nach neuen Mitarbeitern: Wer hierher zieht, möchte so schnell nicht mehr weg. Wir haben viele Mitarbeitende, die dem Unternehmen seit Jahren und Jahrzehnten die Treue halten. Und beim Nachwuchs beobachten wir glücklicherweise dieselbe Bereitschaft. Erfolgreich ist auch das Engagement der Hochschule Offenburg, mit der wir zusammenarbeiten, um junge Talente zu fördern. Mit unterschiedlichen Programmen bieten wir gemeinsam den Studenten eine attraktive Studienumgebung und die bestmögliche Ausbildung.
Welche Pläne haben Sie für die kommenden Jahre? Wo sehen Sie Wachstumspotenzial?
Kohler: Unsere Stärke liegt in unserer Innovationskraft und der hohen Fertigungsqualität. Wir befassen uns schon jetzt mit den Bedürfnissen und Trends der Zukunft. In einem kontinuierlichen Innovationsprozess arbeiten wir jetzt schon an der Spülmaschine 2030. Das beginnt mit viel Recherche und Kundennähe, aber auch durch interdisziplinäre Entwicklungsteams, die sich Impulse auch außerhalb der Branche einholen. Unsere Grundlagenforschung ist die Basis, in all unseren Kundensegmenten innovative Produkte – und das weltweit - auf den Markt zu bringen. Echte Innovationen sind immer gefragt, das hat jüngst unsere erste Bandspülmaschine mit KI-gestützter Spültechnologie bewiesen. Die große Zukunftsvision von Hobart ist das „Spülen ohne Wasser“. Zum einen der Umwelt zuliebe, da Wasser ein kostbares Gut ist, aber auch um die ständig steigenden Betriebskosten der Kunden zu senken. Wir blicken dabei immer über den Tellerrand, denken die Dinge neu und finden in der Zukunft vielleicht sogar eine noch nie dagewesene Technologie, um Geschirr hygienisch sauber zu bekommen.
Wollen Sie diese Pläne in Offenburg umsetzen?
Kohler: Ja, sicher. Genau deshalb haben wir in ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie in die umfangreiche Erweiterung unseres Werks am Standort Offenburg-Elgersweier investiert. Das ist ein klares Bekenntnis zur Region. So etwas ist in der heutigen Zeit leider nicht mehr selbstverständlich.
Selbstverständlich beobachten wir die Entwicklungen in Deutschland und Baden-Württemberg. Eine Erfolgshistorie allein ist kein Garant mehr für eine erfolgreiche Zukunft. Deshalb hoffen wir, dass sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen in der Region weiter verbessern und sind jederzeit offen für einen konstruktiven Austausch. Nur so werden wir der Verantwortung gegenüber unserer Belegschaft langfristig gerecht.









