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Elektroantrieb und Wirtschaftlichkeit

- 26.02.2026 - 

Busverkehr bis zum Jahr 2042: Verkehrsausschuss bereitet Vergabe von Leistungen vor

Personennahverkehr cl Alle zehn Jahre wird ein Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt Offenburg gesucht. So lange sind die Laufzeiten der Verträge. Derzeit ist die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) mit Sitz in Lahr mit dem Betrieb der Stadtbusse betraut. Mit Auslaufen des Vertrages möchte die Stadtverwaltung die Periode mit Wirkung zum 1. November 2027 von zehn auf 15 Jahre verlängern.

Auf der Reise in die Zukunft: Stadtbusse in der Hauptstraße.

Das bedeutet – vorbehaltlich eines Gemeindesratsbeschlusses: Der nächste Vertrag wäre bis zum 31. Oktober 2042 wirksam. Vor dem Verkehrsausschuss trug Marco Pastorini von der Abteilung Verkehrsplanung die Gründe vor.

Hauptargument sind die erheblichen Investitionen, die auf einen Betreiber zukommen. Das gilt insbesondere für die Bus-Flotte, die komplett elektrisch betrieben werden muss. Innerhalb einer Übergangsfrist von vier Jahren bleibt es allerdings erlaubt, punktuell Fahrzeuge mit Dieselmotor zur Entlastung einzusetzen.

Höhere Laufzeiten

Generell wird damit gerechnet, dass Elektrobusse etwa 15 Jahre lang eingesetzt werden können und damit höhere Laufzeiten als Dieselfahrzeuge (10 bis 12 Jahre) haben.

Die Umstellung erfordert außerdem Investitionen in den Betriebshof mit Schwerpunkt auf der Schaffung von Lademöglichkeiten für die Busflotte.

Das betraute Unternehmen erhalte über die Vertragslaufzeit einen Festpreis für die vereinbarten Leistungen, informierte Bürgermeister Oliver Martini. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, bei Bedarf um 20 Prozent nach oben oder nach unten abzuweichen. "Die Stadt ist ein verlässlicher Partner", betonte Martini.

Die Pflicht zur Umstellung auf Elektroantrieb ergibt sich aus dem im Juni 2021 in Kraft getretenen "Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz" sowie aus dem Masterplan Verkehr der Stadt Offenburg.

Deutliche Mehrheit

In der Debatte kritisierte Tobias Isenmann (FWO) die Verlängerung der Vertragslaufzeit. Neue Anforderungen und Möglichkeiten wie autonomes Fahren und die Einrichtung weiterer Buslinien seien auf so lange Sicht nicht vorhersehbar.

Für die CDU/FDP-Fraktion begrüßte dagegen Jens Herbert als sachkundiger Bürger den Verwaltungsvorschlag.

Der Ausschuss empfahl letztlich mit deutlicher Mehrheit von 16 gegen vier Stimmen dem Gemeinderat, für eine Verlängerung der Vertragslaufzeiten zu stimmen.