Der Gemeinderat der Stadt Offenburg hat gestern, 16. März 2026, beschlossen, den früheren Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Bruder mit dem Ehrenbürgerrecht der Stadt Offenburg auszuzeichnen. Begründet wird das einstimmige Votum mit herausragenden politischen Leistungen sowie mit außergewöhnlichem sozialen und gemeinnützigen Engagement für die Stat. Die offizielle Verleihung des Ehrenbürgerrechts soll im Rahmen der Feierlichkeiten 25 Jahre Bürgerstiftung St. Andreas im Juli 2026 erfolgen.
Alt-OB Wolfgang Bruder wird Ehrenbürger
- 17.03.2026 -
Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat
In der Beschlussvorlage heißt es zur Begründung:
Als Oberbürgermeister der Stadt Offenburg in den Jahren 1989 bis 2002 hat Herr Dr. Wolfgang Bruder die Entwicklung der Stadt in außergewöhnlicher Weise geprägt und nachhaltige strukturelle Grundlagen geschaffen, die bis heute fortwirken. Im Zentrum seines Wirkens stand die konsequente Stärkung Offenburgs als leistungsfähiger Wirtschaftsstandort und als zentraler Ort in der Region.
Unter seiner Führung entstanden mit den Gewerbegebieten in Elgersweier und Waltersweier wesentliche infrastrukturelle Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung. Gleichzeitig initiierte und entwickelte er zentrale Netzwerke und Einrichtungen der regionalen Wirtschaftsförderung maßgeblich weiter. Dazu zählen die Wirtschaftsregion Ortenau (WRO), heute „nectanet“, sowie der Technologie park Offenburg (TPO), heute „flow 1986“, die insbesondere junge Unternehmen und Existenzgründungen nachhaltig fördern und bis heute tragende Säulen der regionalen Innovationslandschaft darstellen.
Seine wirtschaftspolitische Strategie war dabei stets ganzheitlich ausgerichtet: Durch die Schaffung verlässlicher und attraktiver Rahmenbedingungen für Unternehmen gelang es, bedeutende Ansiedlungen zu realisieren und bestehende Arbeitsplätze zu sichern. Zugleich wurden durch die wirtschaftliche Stärke der Stadt wichtige sozialpolitische Projekte ermöglicht, etwa im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ mit innovativen Stadtteil- und Familienzentren. Damit verband Dr. Bruder wirtschaftliches Wachstum konsequent mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Die von ihm angestoßene dynamische Entwicklung der 1990er Jahre führte dazu, dass sich Offenburg als Oberzentrum etablieren konnte – ein Meilenstein in der Stadtgeschichte, der die Rolle Offenburgs als wirtschaftliches, kulturelles und administratives Zentrum der Region nachhaltig festigte.
Über seine wirtschaftspolitischen Erfolge hinaus zeichnet sich Herr Dr. Bruder durch ein außergewöhnlich breites und nachhaltiges Engagement für das Gemeinwesen aus. Besonders hervorzuheben ist sein prägender Beitrag zur Entwicklung des Bildungs- und Wissenschaftsstandortes Offenburg. Gemeinsam mit führenden Persönlichkeiten der regionalen Wirtschaft setzte er sich frühzeitig für eine enge Verzahnung von Hochschule, Wirtschaft und Stadt ein. Als langjähriger Vorsitzender des Hochschulrats sowie des Hochschulkuratoriums hat er die strategische Entwicklung der Hochschule Offenburg entscheidend mitgestaltet. In dieser Zeit erlebte die Hochschule ein außergewöhnliches Wachstum mit einer Vervielfachung der Studiengänge und einem deutlichen Anstieg der Studierendenzahlen. Damit wurde sie zu einem zentralen Motor für Innovation, Fachkräfteentwicklung und Technologietransfer in der gesamten Region.
Auch im kulturellen Bereich hat Herr Dr. Bruder nachhaltige Impulse gesetzt. Mit der erfolgreichen Konversion ehemaliger Militärliegenschaften zum heutigen Kulturforum schuf er einen zentralen Ort für Kunst, Kultur und gesellschaftlichen Diskurs. Ebenso bedeutend war der Erwerb und die Erhaltung des Salmen, der die demokratische Tradition Offenburgs eindrucksvoll sichtbar macht und den Begriff der „Freiheitsstadt“ nachhaltig prägt.
Mit der Gründung der Bürgerstiftung St. Andreas im Jahr 2001 hat Dr. Bruder zudem frühzeitig eine Plattform für bürgerschaftliches Engagement geschaffen, die bis heute wirkt. Es gelang ihm, zahlreiche Unterstützer aus Wirtschaft und Gesellschaft zu gewinnen und damit eine dauerhafte Struktur für gemeinwohlorientiertes Handeln aufzubauen. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt blieb er der Stiftung eng verbunden und entwickelte sie kontinuierlich weiter. Mit dem „Leuchtturmprojekt Sprachförderung“ wurde ein beispielhaftes Modell initiiert, das heute in mehreren Offenburger Kindertagesstätten umgesetzt wird und als wichtiger Beitrag zu Chancengerechtigkeit und Integration gilt.
Ein besonderes Anliegen von Dr. Wolfgang Bruder ist bis heute die deutsch-polnische Verständigung, die in der Städtepartnerschaft zwischen Offenburg und Olsztyn ihren Ausdruck findet. Die offizielle Begründung dieser Partnerschaft im Jahr 1999 geht maßgeblich auf seine Initiative als Oberbürgermeister zurück. Als Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung entwickelt er diese Partnerschaft bis heute aktiv weiter und stärkt sie durch vielfältige Initiativen – von Bildungs- und Hochschulkooperationen über kulturellen Austausch bis hin zu bürgerschaftlichem Engagement – als lebendiges und tragfähiges Fundament europäischer Verständigung.
Mit seinem langjährigen Wirken als Oberbürgermeister der Stadt Offenburg hat Herr Dr. Bruder in einzigartiger Weise das wirtschaftliche und kulturelle Leben in Offenburg geprägt. Sein Herausragendes Engagement für das Gemeinwohl macht ihn zu einem würdigen Träger des höchsten Ehrenzeichens der Stadt Offenburg.







