Direkt zum Hauptinhalt springen

ids und Bürgerstiftung schließen mit neuem Sprachprojekt eine wichtige Versorgungslücke

- 16.04.2026 - 

Büffeln in den Ferien

Bildung sni Während viele Gleichaltrige ausschlafen, lernen 20 Jugendliche im Institut für deutsche Sprache (ids) freiwillig an Samstagen und in den Ferien für das Sprachniveau A2. Das neue Kursangebot wurde gemeinsam vom ids und der Bürgerstiftung St. Andreas initiiert. Da das Pilotprojekt aufgrund hoher Nachfrage bereits voll belegt ist, werden nun weitere Förderer gesucht, um das Angebot dauerhaft zu sichern.

Die Schüler*innen des Deutschkurses, außerdem 1.v.l. Anna Uhl, 2.v.l. Anne Stolle, 3.v.l. Walter Glunk.

Seit Februar absolvieren 20 Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 21 Jahren ein intensives Sprachprogramm beim ids Offenburg. Der Kurs umfasst 150 Unterrichtsstunden und findet zusätzlich zum regulären Schulbetrieb an Samstagen sowie in den Ferien statt. Ziel ist das Erreichen des Sprachniveaus A2 bis zum Sommer, um den Übergang in weiterführende Sprachkurse und den späteren Ausbildungsstart zu ermöglichen.

Das Projekt schließt eine Lücke im Bildungsangebot. „Es gibt viele Jugendliche, die in der Regelschule nicht schnell genug die notwendigen Deutsch-kenntnisse für den Berufseinstieg erwerben können“, erklärt Anna Uhl, Abteilungsleiterin Firmenkurse & Projekte beim ids. Ohne B2-Niveau ist die Berufsschule kaum zu bewältigen – dennoch gab es für diese Schüler*innen bisher keine kostenfreien Einstiegskurse.

Starke Partner*innen

Ermöglicht wird das Projekt durch eine enge Kooperation. Die Kosten für die 150 Unterrichtsstunden teilen sich das ids und die Bürgerstiftung St. Andreas etwa zu gleichen Teilen. „Sprache ist die Grundvoraussetzung für Integration. Deshalb investiert die Stiftung seit Jahren konsequent in diesen Bereich“, betont Walter Glunk, Geschäftsführer der Bürgerstiftung.

Dass dieses Geld gut investiert ist, zeigt ein Blick ins Klassenzimmer. Ein Schüler berichtet begeistert: „Hier haben wir mit den Lehrern Spaß und können viel mehr sprechen als in der Schule.“ Die Motivation ist so hoch, dass es kaum Fehltage gibt – und das, obwohl manche Schüler sogar den Weg aus Lahr auf sich nehmen.

Förderer*innen gesucht

Trotz des Erfolgs und der Tatsache, dass der Kurs sehr schnell ausgebucht war, steht das Angebot vor einer Herausforderung: Die aktuelle Finanzierung ist eine einmalige Kraftanstrengung. „Das Engagement der Schülerinnen und Schüler ist immens. Sie opfern ein halbes Jahr lang ihre Freizeit, um hier anzukommen“, sagt ids-Geschäftsführerin Anne Stolle.

Damit dieses wichtige Sprungbrett in den Arbeitsmarkt keine einmalige Sache bleibt, sucht das Institut nun weitere Förderer*innen. Ob Firmen, die künftige Fachkräfte unterstützen wollen, oder Privatpersonen, die einen Beitrag zur Integration leisten möchten: Jede Unterstützung hilft, das Projekt nachhaltig fortzuführen.