Die TBO sind „viel mehr als nur die orangefarbenen Fahrzeuge“, betonte Oberbürgermeister Marco Steffens in seinem Grußwort. Der größte städtische Eigenbetrieb müsse "eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben jonglieren" und sei mit vielen Herausforderungen konfrontiert, die denen der anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer ähnele. Beispielhaft nannte der OB hohe Energiepreise, unsichere Lieferketten, fehlende Fachkräfte sowie den Klimawandel und dessen Folgen. Das Thema Digitalisierung werde bei den TBO ernst genommen. Beispielhaft nannte er die Sensoren an Mülleimern im Stadtgebiet, die den TBO-Mitarbeitenden den Füllstand übermittelten, wodurch unnötige Fahrten vermieden werden können. Weil Offenburg gemäß Klimaschutzkonzept bis 2040 klimaneutral werden soll, steht das Thema Nachhaltigkeit auch bei den TBO schon lange hoch im Kurs. So setzt der städtische Eigenbetrieb bei seinem Fuhrpark schon lange auf alternative Antriebsformen.
TBO-Betriebsleiter Alex Müller führte den Vergleich mit Unternehmen der freien Wirtschaft weiter. Viele typische Merkmale seien auch bei den TBO vorhanden, nur die Begriffe seien andere: So übernehme bei den TBO der Technische Ausschuss des Gemeinderats die Aufgabe eines Aufsichtsrats und der Gemeinderat ersetze die Gesellschafterversammlung. Der Oberbürgermeister, so Müller weiter, nehme die Rolle des Vorstandsvorsitzenden ein. Der Betriebsleiter hob zudem die Bedeutung der TBO als "wichtigen Baustein der Offenburger Daseins- und Notfallvorsorge" hervor und fügte an: "Bei uns laufen die Ergebnisse von Messe, Badbetrieb, Wärmeversorgung, Wasserversorgung und Energiebeteiligungen zusammen." Zudem unterhielten die TBO 140 städtische Gebäude, welche die ganze Bandbreite des Lebens, von der Kita bis zum Friedhofsgebäude, abdeckten. Im Anschluss präsentierte Müller den Unternehmerinnen und Unternehmern den neuen TBO-Imagefilm, der auf emotionale Weise einen Einblick in die Aufgabenvielfalt des Eigenbetriebs gibt.
Betriebsführung
Aufgeteilt in Gruppen erfuhren die Unternehmerinnen und Unternehmer bei der darauffolgenden Betriebsführung an verschiedenen Stationen auf dem Gelände mehr über die vielfältigen TBO-Dienstleistungen. So präsentierte Mitarbeiter David Wiedemer, wie die TBO währen der Wiesenmahd Rehkitze mit Drohnen und Wärmebildkameras retten. "Oberstes Ziel ist dabei, Tierleid zu verhindern", erklärte er. Eine weitere Station demonstrierte, welche technischen Geräte bei der Biotopspflege im Steilhang zum Einsatz kommen. Eindrucksvoll präsentierte ein Mitarbeiter der TBO anschließend, welche Risiken die Ernte von Sturmholz birgt. Mit einem speziellen Spannungssimulator versetzte er die Baumstämme in realistische Belastungszustände und machte deutlich, wie schnell es bei falscher Einschätzung zu gefährlichen Situationen bei der Arbeit mit der Motorsäge kommen kann. Ebenfalls Thema waren die Herausforderungen, welche die immer häufiger auftretenden Trockenphasen für den städtischen Baumbestand und die TBO-Mitarbeitenden mit sich bringen.
Obwohl die Winter im Oberrheingraben auch bedingt durch den Klimawandel häufig mild sind, ist der Winterdienst der TBO jedes Jahr wieder gut vorbereitet. Und zwar mit großen Mengen Salz und Sole sowie modernen Sensoren an Räumfahrzeugen, die in Echtzeit Daten über die Bodentemperatur liefern.
An einer weiteren Station des Rundgangs demonstrierten die TBO, wie die Sinkkastenreinigung mittels eines am Fahrzeug angebrachten Greifarms funktioniert, wodurch die früher schwere körperliche Arbeit deutlich erleichtert wird. Auch das ausgeklügelte System zur Umsetzung verkehrsrechtlicher Anordnungen – etwa zur Sicherung von Veranstaltungen, Baustellen, Events, für die Baumschau oder für Schwertransporte – wurde den interessierten Besucher*innen vorgestellt.








