Wer Renate Theobald und Meinhard Roggisch über „ihre Bäume“ sprechen hört, erinnert sich fast an eine Liebeserklärung. Die beiden Baumpaten kümmern sich fürsorglich um die ihnen anvertrauten Zöglinge. Unterstützt werden sie dabei von Wolfram Reinhard, der die Baumpatenschaften bei der Stadt koordiniert.
„Mir fiel der Prospekt zu den Patenschaften durch Zufall in die Hände“, erinnert sich Meinhard Roggisch. Eine kurze Mail an Wolfram Reinhard und zurück kam postwendend der Plan mit den beiden eingezeichneten Bäumen, die er sich gedanklich bereits ausgesucht hat: zwei Säulengleditschien vor seinem Haus im Käfersberger Weg. Die beiden Jungbäume gießt der rüstige Rentner bei Trockenheit einmal die Woche mit je fünf Liter Wasser. Das Besondere an seinen Bäumen sind die beiden Traumfänger, die ihn an seine verstorbene Frau erinnern – ihr inniger Wunsch noch an ihn, einen solchen zu kaufen.
Unkomplizierter Weg
Der Baum von Renate Theobald ist eine weiß-blühende Rosskastanie auf dem Kulturforum, die sie aus ihrem Küchenfenster in ihrer vollen Größe im Blick hat. Sie fühlt eine besondere Verbundenheit zu dem rund 80 Jahre alten Baum. Denn nach dem keltischen Baumkreis ist die Rosskastanie „ihr Baum“. Daher bedurfte es keiner großen Überredungskunst, als Meinhard Roggisch auf sie zukam und sie fragte, ob sie ihre Verbundenheit mit einer Baumpatenschaft noch intensivieren wolle. „Ich habe Herrn Reinhard angemailt und umgehend kam er mit dem Rad vorbei und erklärte mir meine Aufgaben“, freute sie sich über den unkomplizierten Weg.
Die Kastanie war auch im städtischen Baumkataster ein-getragen, was Voraussetzung für eine Patenschaft ist.
Beide sehen die Baumpatenschaft übrigens nicht als Pflichtaufgabe. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit. Mein Ziel ist es, auch andere von der Patenschaft zu begeistern. Bei Renate hat es bereits geklappt“, freut sich Roggisch. „Ich liebe Bäume. Für mich ist meine Kastanie wie eine gute Freundin. Und Freunden will man nur Gutes tun“, so ihre Motivation.
Dankbar für Austausch
Mit Blick auf den Klimawandel hoffen beide, dass möglichst viele Stadtbäume mit Hilfe der Menschen die Folgen des Klimawandels überstehen. Vorkenntnisse sind für eine Baumpatenschaft übrigens nicht erforderlich. „Wir sind froh, wenn wir von unseren aufmerksamen Patinnen und Paten Rückmeldung bekommen, wenn ihnen etwas an ihrem Baum auffällt“, ist er über den Austausch dankbar.
Wer Interesse an einer Baumpatenschaft hat, kann Wolfram Reinhard unter Telefon 0781/82-2380 oder E-Mail an wolfram.reinhard@offenburg.de kontaktieren.








