Direkt zum Hauptinhalt springen

Maria Hermann, Geschäftsführerin Musikschule

- 04.07.2025 - 

Ganz positiv gestimmt

Musikschule ges Maria Hermann ist seit 1. April Geschäftsführerin der Musikschule Offenburg-Ortenau. Die 36-Jährige hat schon einige berufliche Stationen hinter sich. Um so eindrucksvoller das Lob, das sie ihrem jetzigen Umfeld zollt: "Ich habe noch nie in einem so überwiegend positiv gestimmten Umfeld gearbeitet, in dem nahezu alle Mitarbeitenden ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben.“

Maria Hermann.

Diese Wohlfühlatmosphäre sei ansteckend, versichert die gebürtige Hausacherin – wobei die dreifache Mutter nicht den Eindruck erweckt, dass es ihr an einer positiven Grundhaltung mangelt. Nach vier Jahren als Leiterin der Stabsstelle Compliance Management am Ortenau Klinikum hat Hermann eine neue Aufgabe gesucht – mit noch mehr Verantwortung. Der neue Job sei maßgeschneidert, so die Betriebswirtin, die sich in der Welt der Zahlen zuhause fühlt. Der Welt der Musik vermag sie von außen zu begegnen. Sie spielt selbst kein Instrument. Wenn sie die Wahl hätte, kämen Klavier oder Cello in Frage. Es sei allerdings von Vorteil, dass sie ganz neutral in alle Bereiche blicken könne. Das ist ihr ganz wichtig: fair und neutral zu sein.

Praxiserfahrung

Nach dem Schulabschluss in Hausach studierte sie an der Dualen Hochschule in Mannheim und erwarb Praxiserfahrung bei Steuerberatungsbüros in ganz Süddeutschland. Die Wirtschaftsprüfung bildete den Schwerpunkt. Dass die Musikschul-gGmbH das kleine "g" vor sich trägt, nimmt sie sehr ernst. Gemeinnützigkeit bedeute, dass möglichst viele Menschen Zugang zu der Einrichtung auf dem Kulturforum erhalten. Das gehe nur über eine Mischkalkulation.

Sie selbst ist auf einem Bauernhof groß geworden. Der finanzielle Spielraum war begrenzt. "Alles, was mehr gekostet hat, ging in der Regel nicht." Daher liegt ihr jetzt besonders am Herzen, nicht rigoros mit dem Rotstift zu agieren, sondern das vorhandene Geld so sinnstiftend und nutzbringend wie möglich einzusetzen. Da sei auch Kreativität gefragt. Denn das Budget ist natürlich begrenzt: "Ich habe höchsten Respekt vor den vorhandenen Mitteln." Zugleich sei sie keine "eiskalte BWLerin". Schon allein als Mutter bringe sie einen anderen Blickwinkel mit. Und in der kurzen Zeit als Geschäftsführerin habe sie bereits gelernt: Bestimmte Veranstaltungen müssen kostenlos sein.

Gerade im Vorschulbereich ist es Hermanns Wunsch, dass ein Kursbesuch nicht am Geld scheitere. Sie erwähnt das Projekt "Singen-Bewegen-Sprechen": Das müsse für alle Kinder zugänglich sein, denn hier wird die Basis für den Zugang zur Musik gelegt – und der dürfte niemandem verwehrt werden.

Ob sie mit ihrer 70-Prozent-Stelle hinkomme? "Wenn Arbeit da ist, wird sie erledigt", lächelt Hermann. Am Anfang falle etwas mehr an, aber das werde sich schon einpendeln. Ganz wichtig ist für sie die Einstellung: "Alles, was ich tue, mache ich mit Leidenschaft und Begeisterung."