Wenn um 10 Uhr der erste Sprung ins Wasser geht, ist Karle schon seit vier Stunden im Bad – zumindest wenn er Frühschicht hat. Die beginnt nämlich um 6 Uhr. In dieser Zeit werden die Becken und der gesamte Badebereich gepflegt und instand gesetzt sowie Reinigungsarbeiten in den Becken durchgeführt.
Der Weg ans Becken war für Karle keine zufällige Entscheidung. Schon in der Schulzeit habe er gemerkt, erzählt er, dass ihm das Wasser liege. „Ich war lange aktiver Schwimmer – erst in Lahr, dann über zehn Jahre am Leistungsstützpunkt in Berlin.“ Doch irgendwann zog es ihn zurück in die Heimat. Nach Stationen im Wasserpark Rulantica und in Ettenheim landete er schließlich in Offenburg. „Hier fühle ich mich richtig wohl.“
Was seinen Beruf ausmacht, ist für ihn die Mischung: „Wir haben fünf verschiedene Schichten am Tag, von 6 bis 22 Uhr." Die Frühschicht startet mit vier Stunden Pflege und Instandhaltung: "Da ist das Bad noch ruhig. Danach kommen die ersten Gäste, viele davon kennt man. Ich mag diese Begegnungen.“ Richtig voll werde es dann am Nachmittag. Für Karle kein Problem – ganz im Gegenteil: „Ich mag das total, wenn was los ist."
Einen Lieblingsort hat der 33-Jährige auch: das 50-Meter-Becken im Außenbereich. Alle halbe Stunde wechseln die Badeaufsichten ihren Standort, aber wenn Karle draußen ist und die Sonne auf das Wasser scheint, ist das für ihn ein Moment zum Durchatmen. „Da fühle ich mich einfach gut.“
Doch der Beruf bringt auch Herausforderungen mit sich – vor allem die Verantwortung. „Nach der Spätschicht kann ich manchmal schwer abschalten. Dann überlege ich, was ich gut gemacht habe oder was besser hätte laufen können.“ Die Spätschicht endet um 22 Uhr. „Mit dem Zug bin ich dann erst um 23 Uhr zu Hause.“ Trotzdem: Der Trubel, die Lautstärke, das volle Becken – all das gehört für ihn dazu. „Ich bleibe ruhig, auch wenn viel los ist. Das liegt mir einfach.“








