Mit dem Beginn der Tiefbauarbeiten geht es nun erst einmal darum, eine grundlegende Infrastruktur auf dem viereinhalb Hektar großen Areal zu schaffen. Elf Kilometer an Rohrleitungen für unter anderem Wasserversorgung, Fernwärme und Breitbandnetze werden verlegt. Nördlich von Sevdesk, in der Straße Im Unteren Angel, ist der Boden bereits aufgerissen. Hier wird eine neue Gasleitung verlegt. Rund um den Technologiepark "Flow 1986", so heißt das neue Gebäude des Technologieparks, das im September offiziell eröffnet wird, entsteht zudem ein Stauraumkanal für überschüssiges Regenwasser. Während die neue Straße "Beim alten Schlachthof" schon im Sommer 2027 fertig werden soll, ist der Abschluss für die Verlängerung der Mühlbachpromenade für 2028 geplant.
Der Abschnitt soll dann bis zur Landesgartenschau vier Jahre später Teil einer "grün-blauen Achse" durch die Stadt werden, wie Oliver Martini freudig verkündet. Entstehen soll außerdem eine sogenannte Quartiersgarage – ein Parkhaus mit rund 300 Stellplätzen – für die künftigen Nutzer*innen sowie die anliegenden Unternehmen wie das E-Werk.
Die geplanten Neubauten können erst nach dem Abschluss der Erschließung ab 2028 errichtet werden. Der namensgebende Schlachthof wird bereits früher umgebaut. Sowohl das Betreiber- als auch das Nutzungskonzept für das Gebäude seien aber nicht endgültig, berichtete Martini. Das derzeitige Tafel-Gebäude, das der Wohnbau gehört, wird nach dem Auszug der sozialen Organisation erhalten bleiben: "Die Bausubstanz ist noch in Ordnung", begründete Martini die Entscheidung. Ebenfalls erhalten bleibt die Kneipe "Stud" an der Wasserstraße; die im selben Gebäude untergebrachte Wärmestube wird hingegen in die Haselwanderstraße verlegt.
Klimaanpassungen
Im entstehenden Quartier werden Klimaanpassungsmaßnahmen von Anfang an mitgedacht. So wird die Fassade von "Flow 1986" ähnlich wie jene des SevDesk-Gebäudes begrünt. Ein weiteres Umwelt-Thema ist der Umgang mit den rund 130.000 Kubikmetern Erdhaushub, welche bei den Bauarbeiten auf dem Areal bewegt werden. Dazu beziehungsweise zur Weiterverwendung der Abbruchmaterialen wird es im Rahmen der Europäischen Architekturtage am 10. Oktober eine Führung über das Schlachthofareal geben.








