Die Republik Polen hat dem Offenburger Ehrenbürger Dr. Wolfgang Schäuble posthum den Verdienstorden in der Stufe Komturkreuz mit Stern verliehen. Schäubles Witwe Ingeborg nahm die Auszeichnung am Dienstag, 19. August 2025, aus der Hand des polnischen Botschafters Jan Tombiński im Rahmen einer von der Stadt Offenburg organisierten Zeremonie im Billet’schen Schlösschen in Offenburg entgegen. Die Verleihungsurkunde war vom damaligen polnischen Staatspräsidenten Andrzej Duda am 18. Februar dieses Jahres ausgestellt worden.
Polnischer Orden posthum für Dr. Wolfgang Schäuble
- 19.08.2025 -
Botschafter Tombiński würdigte in seiner Laudatio die herausragende Bedeutung Schäubles für die deutsch-polnische Verständigung. Er habe sich in besonderer Weise für die Aufnahme Polens in die EU und in den Schengen-Raum eingesetzt. Die Abschaffung der Grenzkontrollen dürfe nicht aufgegeben werden, sagte Tombiński, ohne direkt auf die aktuelle Situation temporärer Kontrollen Bezug zu nehmen.
Schäuble sei ein leidenschaftlicher Europäer und Befürworter der polnisch-deutschen Freundschaft gewesen, so der Botschafter weiter.
Ingeborg Schäuble erinnerte daran, dass ihr Mann die Verbindung Polen – Frankreich – Deutschland als entscheidend für das Funktionieren der EU gesehen habe.
Ganz bewusst habe Dr. Wolfgang Schäuble den ehemaligen polnische Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki als Festredner zu seinem 50-jährigen Jubiläum als Abgeordneter des deutschen Bundestages gewählt.
„Mit dieser Ehrung schließt sich ein Kreis“, sagte Ingeborg Schäuble.
Zuvor hatte Oberbürgermeister Marco Steffens in seinem Grußwort positive gemeinsame Aspekte der gemeinsamen Geschichte herausgearbeitet. Der Freiheitskampf des polnischen Volkes in der Mitte des 19. Jahrhunderts haben in Deutschland eine Sympathiewelle ausgelöst, für die es damals den Begriff „Polenbegeisterung“ gegeben habe.
In die vorrevolutionäre Zeit vor 1848 sei auch die Entstehung des ersten Grundrechtekatalogs in deutscher Sprache im Offenburger Gasthaus „Salmen“ gefallen.
Dem polnischen Volk mit seiner Gewerkschaftsbewegung Solidarność sei es zu verdanken, dass das sowjetische Imperium zum Einsturz gebracht wurde und viele Völker Mittel- und Osteuropas in Freiheit und Wohlstand leben können. Der polnische Freiheitswille habe damit auch zur Wiedervereinigung Deutschlands beigetragen.
Die Verleihungszeremonie fand ihren Abschluss in einem Gedenken am Grab von Wolfgang Schäuble im engsten Kreis.
Hintergrund
Der Verdienstorden der Republik Polen ist mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) vergleichbar. Die fünf Stufen (in aufsteigender Reihung) sind: Ritterkreuz, Offizierskreuz, Komturkreuz, Komturkreuz mit Stern, Großkreuz.
Deutsche Träger des Komturkreuzes mit Stern sind u.a.
Karl Dedecius + (Schriftsteller und Mit-Initiator des Europäischen Übersetzerpreises in Offenburg)
Klaus Naumann (ehem. Generalinspekteur der Bundeswehr und ehem. Vorsitzender des NATO-Militärausschusses)
Klaus Schwab (Gründer des Weltwirtschaftsforums)
Horst Teltschik (ehem. Leiter der außenpolitischen Abteilung im Kanzleramt und ehem. Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz.)
Günter Verheugen (ehem. Vizepräsident der Europäischen Kommission)
Guido Westerwelle + (ehem. Bundesaußenminister)
Dietmar Woidke (Ministerpräsident von Brandenburg)
Klaus Naumann (ehem. Generalinspekteur der Bundeswehr und ehem. Vorsitzender des NATO-Militärausschusses)
Klaus Schwab (Gründer des Weltwirtschaftsforums)
Horst Teltschik (ehem. Leiter der außenpolitischen Abteilung im Kanzleramt und ehem. Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz.)
Günter Verheugen (ehem. Vizepräsident der Europäischen Kommission)
Guido Westerwelle + (ehem. Bundesaußenminister)
Dietmar Woidke (Ministerpräsident von Brandenburg)
Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Republik_Polen








