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Ganz frisch: In der Städtischen Galerie läuft die Ausstellung "fruchtig!"

- 06.11.2025 - 

Zum Anbeißen

Kunst ges Mit der Ausstellung „fruchtig!“ werden in der Städtischen Galerie seit Freitag über 40 Werke vorgestellt, die allesamt ein Motiv haben: die Frucht. Die Auswahl stammt aus der Privatsammlung des Heidelberger Unternehmers Rainer Wild. Zu sehen ist die Schau bis 26. April – begleitet von einem umfangreichen Programm.

Haben die Ausstellung sorgsam vorbereitet (v.l.): Jenny Kohler, Patricia Potrykus und Arsheeta Joshi vor einem erfrischenden Warhol.

Vertreten sind namhafte Künstlerinnen und Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Auswahl für Offenburg konzentriert sich auf die zeitgenössischen Positionen der Sammlung – dabei sind die beiden Lokalmatadoren Werner Schmidt und Gabi Streile. Das jüngste Werk stammt von der jungen Österreicherin Evelyn Plaschg aus diesem Jahr. Ihre überdimensional gemalten Weintrauben bestechen durch blaue Mattigkeit.

Appetithappen

Die Schau ist eine vielschichtige Entdeckungsreise heimischer und exotischer Fruchtsorten von Apfel bis Zitrone sowie künstlerischer Techniken von Malerei, Zeichnung über Skulptur, Installation bis zum Video. Neben Bezügen zum klassischen Stillleben und seinen Verweisen auf Vergänglichkeit und Sterblichkeit reflektiert das Sujet mal humorvoll, mal ernsthaft auch aktuelle gesellschaftliche Themen. So eröffnet die Ausstellung einen ebenso farbenfrohen und sinnlichen wie auch tiefgründigen Einblick in die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Roland Stratmann zum Beispiel hat 120 Postkarten von Afrika-Touristen zusammengefügt und konfrontiert die Betrachter*innen mit der Frage, ob der Inhalt der Textbotschaften etwas mit der Realität der bereisten Länder zu tun habe.

Wie Kuratorin Patricia Potrykus betont, wurden bewusst jeweils nur wenige Werke in den Räumen aufgehängt und platziert. Es gehe darum, ins jeweilige "Kunstuniversum" einzutauchen und sich mit den Positionen intensiver zu beschäftigen. Gezeigt werden Appetithappen, die Lust auf mehr machen. Die einzige Videoinstallation stammt von Gabrielle Gerosa. Ihre "Pfirsiche" erscheinen auf einem gerahmten LCD-Monitor. Der Film dauert 14 Minuten und lädt mit kaum wahrnehmbaren Veränderungen dazu ein, sich geradezu meditativ mit dem "memento mori", der eigenen Sterblichkeit, zu befassen.

Ein frühes Werk von Lucian Freud aus dem Jahr 1947 ist ebenso dabei wie eine frappierend exakte Aquarellzeichnung von Karin Kneffel, die sich sonst mit Großformaten auszeichnet. Ai Weiwei hinterfragt mit seiner Melonen-Plastik die Uniformität seines Heimatlandes China.

Städtische Galerie: Amand-Goegg-Straße 2 auf dem Kulturforum, Mi–Fr, 14–18 Uhr, Sa/So, 11–17 Uhr. Internet: www.galerie-offenburg.de.