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Erfolgsmodell Senior Service: weitere Betreuer*innen gesucht

- 04.12.2025 - 

Mit Projektleiterin Marlies Pollet: viel Kontakt mit jungen Leuten

SENIOR SERVICE Marlies Pollet ist die ehrenamtliche Projektleiterin des Senior Service, einem Kooperationsprojekt der Abteilung Bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt und Beratung der Stadt Offenburg und der Hochschule Offenburg. Die 73-Jährige war bis 2003 in diversen Industrieunternehmen als Wirtschaftskorrespondentin tätig, danach bis zu ihrer Rente 2016 als Koordinatorin für die internationalen Studierenden an der Hochschule Offenburg.

Marlies Pollet (r.) beim Minigolf-Event, das dem Kennenlernen dient und das von Lydia Schindler (l.) von der Abteilung Bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt und Beratung organisiert wurde.

Frau Pollet, seit wann sind Sie beim Senior Service?

Marlies Pollet: Ich bin seit 2002 Mitglied im Senior Service, das heißt, von Beginn des Projektes an. Davor war ich des Öfteren schon bei den damaligen International Evenings an der damals noch Fachhochschule genannten Hochschule und hatte schon ein paar lockere Kontakte zu internationalen Studierenden. Die konnte ich als Mitglied nun intensivieren, was mir von Anfang an sehr viel Spaß gemacht hat.

Was hat Sie bewogen, die Leitung zu übernehmen?

Pollet: In meiner 12-jährigen Tätigkeit als Koordinatorin im International Center der Hochschule war ich bereits einige Jahre als Senior Service-Projektleiterin für die Hochschule tätig, deshalb war mir dieses Aufgabengebiet sehr vertraut. Das Projekt liegt mir sehr am Herzen, ich bin von der Sinnhaftigkeit und dem Nutzen für die internationalen Studierenden sehr überzeugt. Deshalb habe ich mich entschieden, die Projektleitung, nun als Rentnerin, für die Stadt Offenburg von Franz Roser zu übernehmen, der dieses Projekt mehr als zwölf Jahre sehr erfolgreich geleitet hat.

Was gefällt Ihnen am Senior Service?

Pollet: Mir gefällt der Kontakt mit den jungen Leuten aus den verschiedensten Ländern dieser Welt. Sie bringen ihre eigene Kultur und Lebensweise zu mir nach Hause. Wir kochen gemeinsam, ich deutsch oder französisch, sie ihre eigene Küche, das macht immer sehr viel Spaß. Ich unternehme auch Fahrradtouren oder Wanderungen mit ihnen, oder wir besuchen kulturelle Veranstaltungen in unserer Gegend. Im Laufe der 23 Jahre Mitgliedschaft im Senior Service sind sehr viele Freundschaften entstanden, die teilweise schon seit mehr als zwei Jahrzehnten andauern.

Gibt es Bereiche, die nicht so ganz rund laufen?

Pollet: Durch das Deutschlandticket sind die Studierenden jetzt am Wochenende mehr als früher unterwegs. Aber man findet immer Termine für ein Treffen oder gemeinsame Aktivitäten.

Suchen Sie weitere Betreuer*innen – wenn ja, was müssen die Menschen mitbringen?

Pollet: Wir suchen auf jeden Fall neue Mitglieder! Einige unserer von Anfang an tätigen „Seniors“ sind altersbedingt ausgeschieden. Wir suchen Menschen, die Interesse an anderen Kulturen und am Kontakt zu jungen Leuten haben, die in der Regel aus sehr guten Familien kommen und einen gewissen Bildungsgrad haben. So wie wir in ihre Kultur eintauchen können, ohne zu verreisen, haben sie Interesse an unserer Kultur und unserer Lebensart. Englischkenntnisse sind von Vorteil, denn am Anfang klappt es noch nicht bei allen mit der doch sehr schwierigen deutschen Sprache. Das ändert sich jedoch im Laufe der Zeit.

Wie zeitintensiv ist die ehrenamtliche Tätigkeit?

Pollet: Die Zeit, die man mit den jungen Leuten verbringt, kann man individuell selbst bestimmen. Manche Mitglieder nehmen nur an den offiziellen Terminen teil, dazu gehören vor allem die sog. Get Togethers, die an der Hochschule organisiert werden und dazu dienen, die neu angekommenen Studierenden kennen zu lernen und bestehende Kontakte neu zu beleben. Andere organisieren private Treffen zum Essen oder gemeinsame Aktivitäten, das ist jedem freigestellt.

Gibt es Veranstaltungen, an die Sie sich besonders gerne erinnern?

Pollet: Es gibt jedes Jahr im Frühling eine von einem Mitglied organisierte Wanderung in unserem schönen Schwarzwald. Im September unternehmen wir mit Jochen Basler eine Weinwanderung in den Zell-Weierbacher Reben. Jedes Jahr im November gibt es den International Evening. Die Stadt Offenburg organisiert ein Minigolf-Event, der Ehemann eines Mitglieds lädt uns zu Exklusiv-Orgelkonzerten in die St. Thomas-Kirche in Straßburg ein. Ein Highlight war die Preisverleihung des Auswärtigen Amts in Bonn im November 2023 für die exzellente Betreuung der internationalen Studierenden in Offenburg durch den Senior Service.

Kontakt: Wer sich für eine Teilnahme am Senior Service interessiert, kann sich bei Marlies Pollet melden: marlies.pollet@web.de. Oder bei der Leiterin Bürgerschaftliches Engagement Lydia Schindler, E-Mail: engagement@offenburg.de.