Die bereits in der vergangenen Woche vorgestellten Ergebnisse der Gewerbeflächenpotenzialanalyse der Bürogemeinschaft Sippel und Buff waren am Montag Thema der Gemeinderatssitzung. Stadtplaner Timo Buff von der beauftragten Bürogemeinschaft präsentierte die Untersuchung der acht Offenburger Industrie- und Gewerbegebiete auch dem Ratsgremium. Das bereits bekannte Fazit: Die im Bestand vorhandenen Potenziale reichen nicht aus, um den zu erwartenden Gewerbeflächenbedarf in Offenburg zu decken. Es folgte eine lebhafte Debatte.
Ergebnisse der Flächenpotenzialanalyse in der Gemeinderatssitzung
- 18.12.2025 -
Kontroverse Diskussion
Silvano Zampolli (FBO) und Taras Maygutiak (AfD) verwiesen beide auf die Umwandlungen von innenstadtnahen Gewerbeflächen in Wohngebiete, etwa auf dem Kirsch-Areal oder dem ehemaligen Spinnereigelände. Diese Flächen hätte man vorhalten sollen, so der Vorwurf. Oberbürgermeister Marco Steffens entgegnete, dass Gewerbegebiete in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten aufgrund der Lärmbelastung heute so nicht mehr attraktiv wären. Zampolli wollte zudem wissen, ob Offenburger Unternehmer tatsächlich Produktionsflächen benötigen würden oder eher Bürogebäude.
Informationen liegen vor
OB Steffens versicherte, dass in Gewerbegebieten in erster Linie bei produzierenden Unternehmen Bedarf bestehen würde. Büroflächen seien eher im Bahnhofsumfeld und auf dem Canvas-Areal gefragt. Maren Seifert (Grüne) kritisierte – unterstützt von Fraktionskollegin Annette Steinhausen – dass das Gutachten lediglich einen Zwischenstand darstelle, da die Eigentümerbefragungen von Sippel und Buff noch bis November 2026 laufen würden. Sie warf die Frage auf, ob die Bürgerschaft auf dieser Grundlage beim Bürgerentscheid über die Zukunft des Sonderlandeplatzes eine fundierte Entscheidung treffen könne. Gutachter Buff entgegnete, dass die ausstehenden Befragungen das Potenzial voraussichtlich weiter verringern werden.
Kern der Erkenntnis
OB Steffens betonte, der Kern der Erkenntnis sei nun bekannt: In Offenburg würden nur wenige Flächen zur Gewerbeentwicklung zur Verfügung stehen. Alle Fakten für eine Entscheidung lägen auf dem Tisch. In dieselbe Richtung wies der kurze Vortrag von Leon Feuerlein, Leiter der Abteilung Stadtplanung und Stadtgestaltung, der auf Bitte der Grünen die Ergebnisse einer Gewerbeflächenstudie des Verbands Südlicher Oberrhein präsentierte. Auch diese Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass es zu wenig Gewerbeflächen in Offenburg gebe. Feuerlein erklärte darüber hinaus, dass die Sippel und Buff-Studie deutlich kleinteiliger vorgegangen sei und auch Flächen untersucht habe, welche der Verband von vorneherein ausgeschlossen habe. Man habe sich sinnbildlich "nach den Brotkrumen gebückt", so Feuerlein. Werner Maier (CDU/FDP-Fraktion) betonte, das Ergebnis sei erwartbar gewesen. Man brauche in Offenburg Flächen, um interessierten Unternehmen Angebote zur Entwicklung machen zu können. „Wenn wir eine soziale Stadt bleiben wollen, brauchen wir das", so Maier.
Richtungsentscheidung
Nicole Kränkel-Schwarz (SPD) sagte mit Blick auf den kommenden Bürgerentscheid, dass die Stadt Richtungsentscheidungen für die nächsten 20 Jahre treffen müsse. Ihre Fraktion sei an einer Entwicklung des Wirtschaftsstandorts interessiert. Mario Vogt (FWO) begrüßte die durch die Untersuchung gewonnene Klarheit und verwies mit Blick auf den Bürgerentscheid und den Flächenbedarf auf die Entwicklung des Gewerbegebiets hoch3, das zeige, wie schnell ein solches Areal belegt sei. Auf Nachfrage von Martin Ockenfuß (Grüne-Fraktion) zum tatsächlichen Bedarf verwies der OB auf aktuelle Investitionen ansässiger Unternehmen wie Streb, Printus oder Tesa sowie auf die weiterhin stabilen Gewerbesteuereinnahmen. Mit 4.000 Auszubildenden und der Hochschule sei Offenburg ein starker Wirtschaftsstandort, den es zu erhalten gelte.
Es sei Aufgabe der Stadt, den Unternehmen das Signal zu geben, dass sie willkommen seien. Gerade Offenburger Familienbetriebe planten nicht von Quartal zu Quartal, sondern in Generationen und benötigten entsprechende Planungssicherheit.







