Umrahmt vom engagierten Spiel der beiden Musiker Felix Cinus (Querflöte) und Cedric Segarich (Klarinette) ging Bürgermeister Kopp in seiner Begrüßung darauf ein, dass Auschwitz mit seinem von den Nazis errichteten Vernichtungslager als Synonym für ein Menschheitsverbrechen von bislang unbekanntem Ausmaß geworden sei: "Es ist die Essenz dessen, was geschieht, wenn Hass und Hetze gegen Menschengruppen entfesselt werden." Unter den Opfern waren auch Menschen aus Offenburg, zum Beispiel Silvia Cohn und ihre Tochter Esther. Kopp erinnerte daran, dass mit Eva Mendelsson eine weitere Tochter die Shoah überlebt und erst vor wenigen Wochen im Salmen die Ehrenbürgerwürde der Stadt Offenburg verliehen bekam. Sie hat sich im Laufe ihres Lebens für Mitmenschlichkeit und Versöhnung eingesetzt. Die Stadtgemeinschaft bewahrt der Familie Cohn und vielen anderen Offenburger Jüdinnen und Juden ein ehrendes Gedenken – auch in Form der Aufbereitung der Biografien jüdischer Mitbürger*innen aus jener Zeit, einem seit vielen Jahren laufenden Projekt des Stadtarchivs. 2026 waren es Evelyn Baumgärtner, Philipp Martin und Moritz Schmidt vom Oken-Gymnasium, die sich mit dem Leben der Geschwister Bergheimer beschäftigt hatten. Der Vater von Sofie, Margot und Manfred hatte im ersten Weltkrieg für das deutsche Kaiserreich gekämpft; die Familie verstand sich als deutsch-jüdisch und hielt es lange Zeit für undenkbar, dass sie zu Feinden im eigenen Land erklärt wurde. Während Manfred und Margot in Auschwitz ermordet wurden, lebte Sofie später in Paris und starb in den 1990er-Jahren.
Die katholische Pastoralreferentin Katja Grohmann und der evangelische Pfarrer Christian Kühlewein-Roloff gingen auf die Seligpreisungen der Bergpredigt ein und hoben den Gedanken hervor: "Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen." Frieden sei nicht etwas, das einfach geschehe. Frieden sei Arbeit: "Er beginnt mit der Begegnung, mit dem Zuhören." Voraussetzung sei, dass man jedem Menschen Wert und Würde zuspreche.








