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Asiatische Hornisse gibt es auch in Offenburg

- 01.04.2026 - 

Sehr vital und anpassungsfähig

Die Asiatische Hornisse wurde aus Ostasien nach Europa eingeschleppt. Vor 20 Jahren hat man sie in Südfrankreich das erste Mal gefunden. Seitdem hat sie sich in ganz Frankreich, im Norden Spaniens und Portugals, im Süden Englands und seit 2014 in Deutschland verbreitet. Seit zwei Jahren ist sie in Offenburg zu finden.

Den kleinen Unterschied gibt es auch bei Hornissen.

Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als unsere heimische Hornisse. Die Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse sind 1,7 bis 2,4 Zentimeter groß, Königinnen können bis zu drei Zentimeter groß werden. Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung: Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind schwarz-gelb gefärbt.

Die heimische Hornisse ist ein wenig größer, hat einen bräunlichen Vorderleib, braune Füße sowie einen gelben Hinterleib mit schwarzen Binden und Punkten.

Wie die heimische Hornisse benötigt die asiatische Hornisse Kohlehydrate, die sie in Form von Blüten-Nektar oder reifen Früchten zu sich nimmt. Außerdem braucht sie für ihre Brut Eiweißkost. Dabei werden im Herbst, wenn die Anzahl der Insekten abnimmt, gezielt Honigbienen-Völker angegriffen.

Die Asiatische Hornisse hat sich als sehr vital und anpassungsfähig erwiesen. Sie überwintert in Laub oder in Totholz. Spätestens im März/April bauen die Königinnen erste, etwa handtellergroße Nester. Diese hängen meist in Schuppen oder Sträuchern, teils auch in Bodennähe, in Hecken, Nistkästen oder unter offenen Dächern.

Die Bevölkerung wird aufgefordert, bei Entdeckung eines Primärnestes dieses zu melden – mit einem Foto, auf dem auch eine Hornisse zu sehen ist. Und zwar über die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse sowie der Website der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim unter www.bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina.

Nach Verifizierung und Bestätigung kann das Nest von sachkundigen Personen fachgerecht entfernt werden. Dadurch wird die Weitervermehrung unterbrochen und große Nester werden verhindert.

Wenn genug Arbeiterinnen vorhanden sind, entsteht meist ein zweites Nest (Sekundärnest), das bevorzugt hoch oben in Baumwipfeln oder unter Dachvorsprüngen gebaut wird. Es gibt aber auch Primärnester, die einfach weiter und weiter vergrößert werden. Die Nester erreichen eine Größe von bis zu 60 Zentimeter im Durchmesser und einem Meter Höhe. Darin werden auch Drohnen (männliche Hornissen) und bis zu 400 neue Königinnen aufgezogen. Die Nester sind so gut isoliert, dass die Völker auch kalte Perioden überstehen und bis in den Dezember/Januar aktiv sind.

Die Asiatischen Hornissen verteidigen ihr Nest aktiv gegen Störungen. Dies kann besonders bei in Gärten angelegten Primärnestern leicht zu Stichen führen. Die Stiche können zu allergischen Reaktionen führen, die umgehend eine notärztliche Behandlung erforderlich machen.

Ein Volk der Asiatischen Hornisse vernichtet pro Jahr etwa elf Kilogramm Insekten und stellt damit für das heimische Ökosystem, die Landwirtschaft, die Imkerei, aber auch für den Wein- und Obstbau eine ernstzunehmende Gefahr dar.