Erinnern Sie sich an den ersten Film, der 1986 gezeigt wurde?
Loretta Bös: Wir haben mit einem Pier-Paolo-Pasolini-Zyklus begonnen und unter anderen den Film "Mamma Roma" mit Anna Magnani (1962) gezeigt. Außerdem ist mir noch der Film "Sera posible el sur" mit Mercedes Sosa in Erinnerung. Ein Konzertfilm nach der Rückkehr von Mercedes Sosa aus dem Exil nach Argentinien nach dem Ende der Militärdiktatur aus dem Jahr 1985.
Worauf achten Sie bei der Programmauswahl? Und wer entscheidet letztlich?
Bös: Beim Programm gibt es unterschiedliche Kriterien: Filme von Festivals, die preisgekrönt wurden, Reihen zu Regisseuren oder Themen, die gesellschaftlich relevant sind. Außerdem wählen wir immer mal wieder Literaturverfilmungen, Musikfilme und Künstlerportraits aus. Die Filmvorschläge der einzelnen Vereinsmitglieder werden in der Programmsitzung vorgestellt und diskutiert und danach wird demokratisch abgestimmt.
Haben Sie ein Markenzeichen?
Bös: Die Kooperationen mit anderen Vereinen und Institutionen könnte man als Markenzeichen bezeichnen. In all den Jahren gibt es Partnerschaften – mit der Hochschule Offenburg in Form von Seminaren wie "Schule des Sehens", dem Förderverein Waldbachfriedhof mit einem Film an Allerheiligen, der VHS Offenburg mit ihren Semesterschwerpunkten oder dem Seniorenbüro mit dem Thema Demenz.
Gibt es Filme, die im Koki nicht laufen?
Bös: Mainstream-Filme, die heute im kommerziellen Kino laufen.
Hat sich der Zuspruch in den vergangenen 40 Jahren verändert?
Bös: Teilweise, da wir über all die Jahre an verschiedenen Spielstätten tätig waren: der Villa Bauer, dem Kinocenter Lifa, dem Ritterhaus Museum und seit 1994 im KiK – Kultur in der Kaserne. Alle Räumlichkeiten hatten unterschiedliche Kapazitäten und Ausstattungen. Im KiK haben wir durchschnittlich 40 Personen mit Ausreißer nach oben oder unten.
Was läuft zum Jubiläum?
Bös: 40 Jahre ehrenamtliches Engagement in Sachen Filmkultur ist eine herausragende Leistung und damit Grund zum Feiern. Deshalb haben wir eine Filmreihe konzipiert „Hommage ans Kino“. Filmstart jeweils 20 Uhr. Am Mittwoch, 13. Mai, zeigen wir: "Die Fabelmans" von Steven Spielberg – Karriere des Filmemachers. Weiter geht es am Freitag, 15. Mai, mit "Alexis Sorbas" von Michael Cacoyannis – unsere publikumsstärkste Aufführung mit 366 Personen, damals noch im Kinocenter Lifa. Am Samstag, 16. Mai, läuft "Die amerikanische Nacht" von Francois Truffaut. Da geht es um die Frage: Wie macht man einen Film? Ehrlich, witzig und manchmal dramatisch. Dafür gab es seinerzeit einen Oscar. Am Samstag, 30. Mai, bringen wir den "Stand der Dinge" von Wim Wenders –die Realität einer Filmproduktion mit schwierigen Dreharbeiten. Und zum Abschluss kommt am Freitag, 5. Juni, "The Artist" von Michel Hazanavicius. Thematisiert wird der Wendepunkt vom Stummfilm zum Tonfilm. Der Streifen erhielt fünf Oscars. Meine Favoriten in der Filmreihe sind erstens "Alexis Sorbas" und zweitens "Die amerikanische Nacht".








