Marie Geck
Gretel Hass-Gerber
 Gretel Haas-Gerber, geb. Gerber Geboren in Offenburg am 2.8.1903 Verstorben in Offenburg am 20.1.1998 Malerin Gretel Gerber studierte in den 1920er Jahren an der Badischen Landeskunstschule in Karlsruhe und an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ihre Bilder zeigen nicht die "Goldenen 20er Jahre", sondern deren Leidtragende: Kinder, Arme, Kranke, Alte. Nach ersten Erfolgen unterbrach Ablehnung seitens der Nationalsozialisten ihre Karriere. Die Geburt von fünf Kindern und der Krieg verhinderten bis in die 1950er Jahre einen Neuanfang. 1969 begann sie ein zweites Studium an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Seit 1985 lebte und arbeitete Gretel Haas-Gerber wieder in Offenburg.  Ehem. Wohnhaus von Gretel Haas-Gerber in der Zähringerstraße 2. 1997 wurde sie mit dem "Maria-Ensle-Preis" der Kunststiftung Baden-Württemberg geehrt.
Dr. Emmy Joachim
 Dr. Emmy Joachim, geb. Osswald Geboren in Mühlhausen/Elsass am 28.5.1901 Verstorben in Offenburg am 8.7.1998 Promovierte Volkswirtin Emmy Osswald begann Mitte der 1920er Jahre ihr Studium der Volkswirtschaft an der Universität Heidelberg und promovierte 1931. Nach ihrer Heirat und Jahren der Berufstätigkeit zog sie, gemeinsam mit ihrem Mann, dem späteren Landrat Dr. Eduard Joachim, nach Offenburg. Hier wurde Dr. Emmy Joachim Gründungsmitglied und langjährige Vorsitzende (1963 - 1976) des Deutschen Frauenrings. In dieser Funktion engagierte sie sich maßgeblich für die politische und staatsbürgerliche Bildung von Frauen.
Dr. Elisabeth Menne
 Dr. Elisabeth Menne Geboren in Malmedy am 5.7.1905 Verstorben in Offenburg am 17.4.1996 Ärztin und Künstlerin Elisabeth Menne studierte Medizin an der Universität in Erlangen und war dort die einzige weibliche Studierende in allen klinischen Semestern! Ende 1933 eröffnete sie eine Allgemeinarztpraxis in Offenburg. Ihre zweite Praxis (und private Wohnung) richtete sie 1940 in der Klosterstraße 2 ein, wo sie bis 1975 praktizierte. Während des Dritten Reichs behandelte Dr. Elisabeth Menne zahlreiche jüdische Patienten zu Hause. In den Nachkriegsjahren arbeitete sie in der "Waggonia", einem sozialen Brennpunkt am Kinzigdamm. Im Alter widmete sich Elisabeth Menne der Kunst. Die Verleihung der Bürgermedaille lehnte sie ab.
Paula Stebel
 Paula Stebel (Rosalie Paula) Geboren in Offenburg am 17.4.1885 Verstorben in Tübingen am 26.3.1932 Pianistin Paula Stebel promovierte 1903 am Großherzoglichen Konservatorium in Karlsruhe im Fach Klavier summa cum laude. Wenig später wurde sie als Lehrerin der Meisterklasse an das Konservatorium in Frankfurt berufen. Zahlreiche Konzertreisen führten sie ins In- und Ausland, wo sie als "zweite Klara Schumann" bejubelt wurde. Im Ersten Weltkrieg arbeitete Paula Stebel als Rot-Kreuz-Krankenschwester in Frankfurt, nach dem Krieg in Dortmund als Operationsschwester. Erst nach sechs Jahren Pause begann sie 1920 vereinzelt wieder Konzerte zu geben. Ihre letzten Jahre verbrachte sie in Tübingen.
Pater Ildefons Haas
 Pater Ildefons Haas, Taufname Johann Georg Haas Geboren in diesem Haus (Hauptstraße 98) am 23.4.1735 Verstorben im Kloster Ettenheimmünster am 30.5.1791 Barock-Komponist Der Sohn angesehener Bürger erhielt schon als Kind Violinunterricht durch den Hofkapellmeister des Markgrafen von Baden. Nach Abschluss des Offenburger Gymnasiums trat er 1750 in das Benediktinerkloster Ettenheimmünster ein. Haas komponierte orchestrierte Kirchenmusik, Messen, Vespern, Offertorien und geistliche Arien, aber auch Singspiele. Ein Teil seiner Werke ging infolge der Säkularisierung des Klosters und seiner Zerstörung im 19. Jahrhundert verloren. Seine großen Chorwerke "Offertoria" aus dem Jahre 1766 wurden in einer musikwissenschaftlichen Ausgabe im Jahr 2006 neu editiert.
Friedrich August Haselwander
 Friedrich August Haselwander Geboren in Offenburg am 18.10.1859 Verstorben in Offenburg am 14.3.1932 Erfinder Nach dem Studium der Elektrotechnik machte sich Haselwander in Offenburg als Ingenieur selbstständig. Seine Wohnung und Werkstatt befanden sich in diesem Haus (Ritterstraße 2). Haselwanders wichtigste Erfindungen sind der 1887 entwickelte Drehstromgenerator und der Rohölmotor aus dem Jahr 1897. Den Prototyp des Drehstromgenerators übergab Haselwander 1925 an das Deutsche Museum in München. 1920 ernannte ihn die Technische Hochschule Karlsruhe, an der er studiert hatte, zum Ehrendoktor.
Georg Monsch
 Georg Monsch Geboren in Offenburg am 26.8.1847 Verstorben in Offenburg am 23.2.1934 Stadtrat und Landtagsabgeordneter Monsch engagierte sich auf vielfältige Art und Weise für seine Heimatstadt. Als Gastronom erkannte er die Bedeutung des Tourismus und setzte sich für die Verschönerung Offenburgs ein. Die Parkanlagen entlang der Stadtmauer gehen auf seine Initiative zurück. Der Rosengarten an der Grabenallee trägt seinen Namen.  1883 wurde der Sozialdemokrat in den Stadtrat gewählt. 1883 bis 1930 erfüllte er die Aufgaben des Standesbeamten und von 1909 bis 1913 war er Landtagsabgeordneter. 1928 verlieh ihm die Stadt Offenburg die Ehrenbürgerwürde.
Oskar Muser
Gustav Rée
 Gustav Rée Geboren in Offenburg am 16.11.1810 Verstorben in Freiburg am 7.8.1869 Demokrat und Bürgermeister der Demokrat Rée war von 1845 bis 1849 Bürgermeister von Offenburg. 1847 leitete er die Versammlung der Entschiedenen Freunde der Verfassung im Salmen und nahm ab 1848 als Abgeordneter für den Wahlkreis Offenburg-Gengenbach-Oberkirch an der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche teil. 1849 stand er in Offenburg an der Spitze des neu gegründeten Volksvereins. Seine Frau Anna war Gründerin des Frauenvereins. Rée unterstützte die Demokratiebewegung nach seinen Möglichkeiten und musste nach deren Scheitern von seinem Bürgermeisteramt zurücktreten. Sein Engagement bracht ihm eine Anklage wegen Hochverrats ein, von der er 1851 freigesprochen wurde.  Die Parkanlage entlang der Bahnlinie ist nach ihm benannt.
Karl Heinrich Schaible
 Karl Heinrich Schaible Geboren in Offenburg am 7.4.1824 Verstorben in Heidelberg am 21.9.1899 Mediziner und Revolutionär Der erfolgreiche Turner Schailble setzte sich schon als Student für die badische Freiheitsbewegung ein. Bereits 1847 saß er wegen der "Verbreitung aufrührerischer Schriften" in Haft. Schaible war überall dort zu finden, wo die Ereignisse vorangetrieben wurden und flüchtete deshalb immer wieder über den Rhein. 1849 setzte er sich in Offenburg in verantwortlicher Position für die Ziele der Revolution ein. Nach deren Scheitern musste er mit harter Bestrafung rechnen und entzog sich erneut durch Flucht. Schaible verbrachte 37 Jahre im Exil in Frankreich und schließlich in England, wo er als Mediziner Karriere machte. 1861 erfolgte die Amnestie. 1883 kehrte er nach Baden zurück.
Franz Volk
 Franz Volk Geboren in Offenburg am 18.4.1823 Verstorben in Offenburg in der Nacht vom 31.5. auf 1.6.1890 Bürgermeister und Revolutionär Im März 1848 wurde der Jurastudent Volk aktiver Mitstreiter für die Badische Revolution. Er kommandierte ein Fähnlein der Bürgerwehr, bekleidete mehrere politische Ämter und vertrat 1849 als Abgeordneter den Amtsbezirk Offenburg in der Verfassungsgebenden Versammlung in Karlsruhe. Nach dem Scheitern der Revolution floh Volk nach Frankreich und dann in die Schweiz. In Abwesenheit verurteilt, wurde er 1857 begnadigt, schloss in Heidelberg sein inzwischen begonnenes Medizinstudium ab und ließ sich dann in Offenburg nieder. Von 1875 bis zu seinem Tod 1890 war er Bürgermeister und wurde von den Offenburgern liebevoll "Papa Volk" genannt.
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Rathaus
 Historisches Rathaus, Hauptstraße 90 Das Rathaus wurde 1741 vom Offenburger Baumeister Mathias Fuchs erbaut. An das Hauptgebäude im Stil des Barock schließt sich ein älterer Flügel von 1521 an der Kornstraße an. Das Doppelwappen der Reichsstadt ziert die Front, auf den Giebeln befinden sich die Statuen der Justitia und des sagenhaften Stadtgründers Offo. Der Platz vor dem Rathaus war stets Zentrum wirtschaftlicher, kultureller und politischer Aktivitäten. Bei der dritten Offenburger Versammlung im Mai 1849 jubelten den badischen Revolutionären 40.000 Menschen zu.
Ritterhaus
 Museum im Ritterhaus, Ritterstraße. 1784 wurde der heutige Ostflügel als Herrschaftshaus für den Reichsschultheiß Franz Georg von Rienecker erbaut. Seinen Namen verdankt das Gebäude der Ortenauer Reichsritterschaft, die 1803-1806 hier ihren Sitz hatte. Nach der badischen Revolution von 1848/49 war es Kaserne für die preußische Besatzungsarmee. Ab 1864 beherbergte es verschiedene Gerichte. In dieser Zeit entstand hinter dem Hof der Neubau für den Schwurgerichtssaal. Seit 1959 befinden sich im Ritterhaus das Archiv und Museum, die 1989 nach umfangreichen Umbauten wieder eröffnet wurden.
Salzhaus
 Salzhaus, Hauptstraße 75-77 Vier Häuser, von denen eines das städtische Waag- und Salzhaus war, wurden 1786 hinter einer gemeinsamen Fassade im Stil des Klassizismus vereint. Für den Bau wurden Steine aus den Ruinen der Pfalz (Wirtshaus) und der Laube (Kaufhaus), die in der Mitte der Hauptstraße gestanden hatten, verwendet. Das St. Andreas-Spital beteiligte sich an den Kosten und nutzte die beiden oberen Stockwerke. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts unterlag der Salzhandel einem staatlichen Monopol. Die Grundversorgung der Bevölkerung mit Salz sollte damit gewährleistet werden.
königshof
 Königshof, Hauptstraße 96 Baumeister Dominik Ellmenreich errichtete das barocke Gebäude in der Zeit von 1714-1717 nach den Plänen von Michael Rohrer, dem Erbauer von Schloss Favorite in Rastatt. Das Portal entstand erst 1756-58 nach einem Entwurf von Franz Ignaz Krohmer. Der "Königshof" war das Verwaltungsgebäude der Reichs-Landvogtei Ortenau. Der Landvogt verwaltete sie als königlicher Beamter. Daher hat das Gebäude seinen Namen. Das Wappen der Markgrafen von Baden-Baden, die das Palais in Auftrag gaben, ist über der Balkontür angebracht. Seit 1987 bis zum Umzug in die Prinz-Eugen-Straße im Jahr 2006 war hier die Polizeidirektion, jetzt das Polizeirevier.
St. Andreas-Hospital
 St. Andreas-Hospital, Fischmarkt/Spitalstraße Das St. Andreas Hospital ist ein Flügelbau an dessen Ecke sich die Kapelle befindet. Nach dem Stadtbrand 1689 wurde das Hospital ab 1696 in seiner jetzigen Form neu aufgebaut und 1738 um das Gebäude des Spitalspeichers ergänzt. Die Gründung des St. Andreas-Hospitals fällt in die Zeit um 1300. Bis ins 17. Jahrhundert widmete sich das Spital ausschließlich der Pflege von Kranken und Alten, danach entwickelte es sich immer mehr zum Pfründnerhaus. Als gemeinnützige Einrichtung war es von Abgaben befreit.
Kloster Unserer lieben Frau
 Kloster "Unserer lieben Frau" 1280 luden die Offenburger Bürger die Franziskaner ein, sich mit einem Kloster in Offenburg niederzulassen. Von 1660 bis 1822 beherbergte das Kloster das Offenburger Gymnasium. Beim Stadtbrand 1689 wurde das Kloster zum größten Teil zerstört, nur die Marienkapelle hinter dem Kreuzgang blieb unversehrt. Nach dem Wiederaufbau wurde der Komplex immer wieder erweitert. Seit 1823 befindet sich hier eine Mädchenschule, die bis 2001 von den Augustiner Chorfrauen geführt wurde.
Stadtbrand von 1689: Kapuzinerkloster
Altes Kapuzinerkloster, Gymnasiumstraße Das Kapuzinerkloster wurde 1641-47 erbaut und 1803 säkularisiert. Seit 1822 ist es Sitz des Gymnasiums. Im Laufe des pfälzischen Erbfolgekrieges 1688-97 kam es zur Belagerung Offenburgs durch die Franzosen. Am 9. September 1689 wurde die Stadt geplündert, in Brand gesetzt und völlig zerstört. Das Kloster wurde von der Brandschatzung verschont und blieb als vollständiges Gebäude erhalten, weil Ludwig der XIV. zum Kapuziner-Orden besonders gute Beziehungen unterhielt.
Revolution von 1848/49: Gefängnis
 Altes Gefängnis, Grabenallee Der Gefängnisbau entstand in mehreren Abschnitten, der vordere Zellentrakt 1845 als Amtsgefängnis, zwei Jahre später wegen Platzmangels der hintere Teil als Bezirksgerichtsgefängnis. Nach der Niederschlagung der Badischen Revolution 1849 saßen zahlreiche Demokraten im neuen Gefängnis in Untersuchungshaft. Das Vermögen der Beschuldigten wurde beschlagnahmt, die Verurteilten in andere Gefängnisse verlegt. Die Hauptbelasteten konnten rechtzeitig fliehen. Erst 1855 wurden die letzten 48er begnadigt.
Revolution von 1848/49: Zähringer Hof
 Revolution von 1848/49: Zähringer Hof
Das Gasthaus Zähringer Hof, das seit 1827/28 an dieser Stelle (Grabenallee 22-24) stand, fiel 1972 einem Brand zum Opfer und wurde abgerissen. Seit den 1840er Jahren war der Zähringer Hof Treffpunkt der Demokraten. Dazu zählten auch die Mitglieder des Turnvereins von 1846, der nebenan sein Turngelände hatte. Die Gesetzesvorschläge, die die Volksversammlung am 13. Mai 1849 auf dem Marktplatz beschloss, waren am Vorabend im Zähringer Hof entworfen worden.
Revolution von 1848/49: Salmen
 Revolution von 1848/49: Salmen Der Salmen ist der 1807 erbaute Saalbau des Gasthauses, das von 1769 bis 1955 an der Lange Straße stand. Am 12. September 1847 versammelten sich im Salmen-Saal die "Entschiedenen Freunde der Verfassung". Sie verabschiedeten die 13 Forderungen des Volkes in Baden als das erste demokratische Programm Deutschlands. Von 1875 bis zur Zerstörung 1938 diente der Saal der jüdischen Gemeinde als Synagoge. Heute ist der Salmen Veranstaltungsort und Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung.
Stadtgründung: Schwabhauser Tor
Stadtgründung: Kinzigtor
 Stadtgründung: Kinzigtor An dieser Stelle (Hauptstraße/Grabenallee) befand sich das Kinzigtor.
Römische Besiedlung: Spitzgraben in der Kornstraße
 Römische Besiedlung: Spitzgraben in der Kornstraße Archäologische Funde weisen auf eine römische Besiedlung seit 74 n. Chr. hin. Zu dieser Zeit legten die Römer die Kinzigtalstraße von der Donau nach Straßburg an und errichteten die Kastelle in Zunsweier und Rammersweier. Durch die Entdeckung eines Spitzgrabens in einer Baugrube der Kornstraße 5 konnte in der Offenburger Innenstadt ein weiteres römisches Lager nachgewiesen werden. Solche V-förmigen Grabenanlagen bildeten zusammen mit einem Holz-Erde-Wall die typische Umwehrung eines römischen Militärlagers.
Römische Besiedlung: Römerstraße innerhalb der Stadtmauer
 Römische Besiedlung: Römerstraße innerhalb der Stadtmauer Bei Bauarbeiten auf dem Anwesen Wasserstraße 10, innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, kamen im Jahr 2005 ein Stück der römischen Straße, die von Basel nach Mainz führte, und die Reste eines römischen Holzgebäudes zum Vorschein. Dass der 7,50 Meter breite Straßenkörper fast 2000 Jahre in trockenem Zustand überdauerte, spricht für die römische Ingenieurskunst. Aus dem Fund ergibt sich der Straßenverlauf der Römerstraße von der Johannisbrücke her durch die Kittelgasse und dann weiter über die Okenstraße/B3 nach Mainz.
Bau der Galgenfeldsiedlung
 Bau der Galgenfeldsiedlung, Oststadt Um 1900 herrschte in Offenburg große Wohnungsnot. Die Bevölkerung hatte sich in 20 Jahren, bedingt durch die Industriealisierung und durch die Expansion der Bahn, fast verdoppelt. 1913 wurde deshalb die gemeinnützige Baugenossenschaft gegründet, die 1919 mit dem Bau der ersten Häuser begann. Ausgehend von der Gartenstadtbewegung entstand die Galgenfeldsiedlung mit zweigeschossigen Reihenhäusern, Gärten zur Selbstversorgung und Gemeinschaftsflächen. Wichtig war die Mitbestimmung der Bewohner und lebenslanges Mietrecht. Heute gehören zur Siedlung fast 390 Wohneinheiten.
Massaker an Zwangsarbeitern
Massaker an Zwangsarbeitern Unter dem nationalsozialisti-schen Regime waren in Offenburg ab 1942 tausende zwangsverpflichtete Männer und Frauen aus ganz Europa bei der Bahn, der Industrie, in der Landwirtschaft und in privaten Haushalten eingesetzt. Sie lebten unter unmenschlichen Bedingungen in mehreren Lagern. In der Artilleriekaserne in der Prinz-Eugen-Straße erschlugen am 12. April 1945 Mitglieder der SS 41 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Flossenbürg, die zum Arbeitseinsatz nach Offenburg verlegt worden waren, auf brutalste Weise. Ein Mahnmal auf dem Waldbachfriedhof erinnert an das Massaker.
Industriealisierung: Spinn- und Weberei
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Burgerhof
 Burgerhof, Hauptstraße 102 Der Name Burgerhof kommt vermutlich daher, dass sich im Innenhof des Gebäudes ein Versammlungsplatz für die Bürger der mittelalterlichen Reichsstadt Offenburg befand. Das Wappen von 1771 weist das Gebäude als städtische Einrichtung aus. Der Komplex diente seit dem 16. Jahrhundert als städtisches Lager. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren hier unter anderem die Geräte der Offenburger Feuerwehr untergebracht.  Der Garten des Burgerhofs - inzwischen überbaut - war seit 1898 über die "Kopf-Treppe" vom Zwingerpark her direkt erreichbar.
Anna-von-Heimburg-Haus
 Anna-von-Heimburg-Haus, Kornstraße 3 Seit 1969 trägt das Haus den Namen der Offenburger Bürgerin Anna von Heimburg. Sie vermachte den Großteil ihres Vermögens der Stadt, unter der Bedingung, die Erträge einer Stiftung der Krankenpflege in Offenburg zuzuwenden. Die Stiftungsgelder flossen dem Städtischen Altersheim zu, das sich seit 1925 und bis 1996 in diesem Gebäude befand. Nach dem Umbau zog 1998 das Seniorenbüro in das Anna-von-Heimburg-Haus ein.
ölberg
Max-Wenk-Treppe
 Max-Wenk-Treppe, Zwingerpark Die Treppe trägt den Namen des Offenburger Kaufmanns Max Wenk, dessen Sohn, der Mannheimer Industrielle Adolf Wenk-Wolff, seinem Vater damit ein Denkmal setzte. Die Treppe ermöglicht seit 1908 den direkten Zugang von der Hl.-Kreuz-Kirche zum 1899 eröffneten Zwingerpark. Ein Verschhönerungsverein hatte sich für die Umgestaltung der Anlagen außerhalb der Stadtmauer in einen Park mit Schwanenteich und Wasserfontäne eingesetzt.
Heilig-Kreuz-Kirche
 Heilig-Kreuz-Kirche Die erste Nachricht über die Pfarrei Offenburg stammt aus dem Jahr 1182. 1223 wird erstmals ein Kirchengebäude erwähnt, das zu Beginn des 15. Jahrhunderts erweitert wurde. Von diesem Bauwerk blieben nach dem Stadtbrand von 1689 der Chor mit seinen Maßwerkfenstern, der Josefs-Chor und die Sakristei erhalten. Sie sind Bestandteile der heutigen Kirche. 1700 begann der Bregenzer Architekt Franz Beer mit dem Wiederaufbau der Kirche. Die Kirchweihe fand 1791 statt. Rund um die Kirche befand sich bis 1830 der Friedhof. Einige historische Grabmale rund um die Kirche zeugen davon.
Einhorn-Apotheke
 Einhorn-Apotheke, Hauptstraße 82 Der Barockbau mit seinem auffallenden Volutengiebel, den zwei Vasen und ein Einhorn zieren, entstand auf den Resten des 1689 abgebrannten Vorgängerbaus. Der vordere Gebäudeteil stammt von 1720, der hintere Teil von 1772. Die Einhorn Apotheke ist die älteste Apotheke Offenburgs. Das als Realrecht in das Grundbuch eingetragene Apothekenprivileg geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Ihren Namen erhielt sie 1840. Dem Einhorn wird besondere Heilkraft zugeschrieben. Die Apotheke ist 2006 ins benachbarte Keilbach-Haus umgezogen.
Hirsch-Apotheke
 Hirsch-Apotheke, Fischmarkt 3 Das Gebäude entstand im Jahr 1698. Die Fassade, die dem Stil der Spätrenaissance nachempfunden ist, stammt aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Den Entwurf für die Fassadenbemalung gestaltete der Offenburger Glasmaler Eduard Stritt. Der Hirsch, der oben auf dem Giebel dargestellt ist und der ein Kreuz zwischen dem Geweih trägt, ist sowohl ein Symbol für Christus als auch für Heilung. Aus Hirschgeweih wurden und werden Heilmittel gewonnen.
Mikwe
Katholisches Gesellenheim
 Katholisches Gesellenheim Das Gebäude diente, seit es 1720 als Patrizierhaus erbaut wurde, vielen Zwecken. 1866 beherbergte es eine Hutfabrik und ab 1899 das Gasthaus "Anker". 1926 richtete der Kolpingverein darin ein katholisches Gesellenheim ein, das bis 1939 bestand. Sein Wappen ziert noch heute den Seiteneingang. 1911 zog die Chemische Landesuntersuchungsanstalt und danach 1990 das Landgericht ein. 1998 wurde das Haus in Eigentumswohnungen umgewandelt. Eine Gedenktafel zu Ehren der in Südwestafrika stationierten Offenburger Soldaten aus der Zeit des Kaiserreichs ziert die Front.
Beck'sches Haus
 Beck'sches Haus, Ecke Hauptstraße/Metzgerstraße Benannt ist das Haus nach dem Metzgermeister Josef Beck, der das Haus 1876 kaufte. Erbaut wurde das spätbarocke Bürgerhaus von der Kaufmannsfamilie Hölzlin. Die Inschrift über dem früheren Haupteingang in der Metzgerstraße nennt 1760 als Baujahr. Markant ist das sehr hohe und steile Dach. Auf der Giebelseite befinden sich im Interesse der Symmetrie Blendfenster. Das erste Obergeschoss besitzt auf den Schauseiten einen schmalen Balkon. Eine Maria Immaculata aus Sandstein ziert die Hausecke.
Bürgerhaus des 18. Jh.: Hauptstraße 78
 Bürgerhaus 18. Jahrhundert, Hauptstraße 78 Das Ladengeschäft im Erdgeschoss des 1745 erbauten dreigeschossigen Bürgerhauses war im 19. Jahrhundert Sitz des Großherzoglichen Postamts. Ab 1864 befand sich darin das Weinhaus Geiger mit Gesellschafts- und Theatersaal. Später beherbergte es verschiedene Händler. In einer der darüberliegenden Wohnungen erblickte 1859 der Erfinder Friedrich August Haselwander das Licht der Welt. Bemerkenswert im Inneren des Gebäudes sind die kunstvoll gestaltete Holztreppe auf ovalem Grundriss und die Wandgemälde des Offenburger Malers Emil von Heimburg.
Fachwerkhaus des 17. Jh.: Gymnasiumstraße 1
 Fachwerkhaus 17. Jahrhundert, Gerberstraße/Ecke Gymnasiumstraße Das Haus ist eines der ersten größeren Fachwerkgebäude, das bereits sieben Jahre nach dem großen Stadtbrand (1689) im Jahr 1696 erbaut wurde. Der Balkenkeller im südlichen Bereich zeigt, dass über dem alten Grundriss ein größeres Haus errichtet wurde. Es handelt sich um ein sogenanntes Ackerbürgerhaus. Eine ursprüngliche Bebauung des Grundstücks mit Stallungen und einer Werkstatt ist anzunehmen. Ungewöhnlich sind die großen Holzziffern, die im Giebelfachwerk mit Mannfiguren das Erbauungsdatum angeben.
Hotel Sonne
 Hotel Sonne, Hauptstraße 92-94 Das jetzige Erscheinungsbild der "Sonne" entstand in der Zeit des Biedermeier. 1859 wurde das rechte Nachbarhaus dazugekauft, die Hofeinfahrt überbaut und das Dach symmetrisch ausgeführt. Urkundlich belegt ist das Gasthaus schon seit dem 14. Jahrhundert. Beim Stadtbrand 1689 wurde es zerstört, aber bald danach wieder aufgebaut. An Markttagen war das Gasthaus, dessen Wirte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Landwirtschaft betrieben, Anlaufstelle für Bauern und Händler, die in den Stallungen ihr Vieh unterstellten. 1969 wichen die Ökonomiegebäude dem neuen Gästehaus.
Amtshaus 18. Jh.: Kornstraße 1
 Amtshaus 18. Jahrhundert, Kornstraße 1 Erbaut wurde das Gebäude 1720 als Schaffneihof der Abtei Gengenbach. Hier wurden die Klostergüter rund um Offenburg verwaltet und die Abgaben entrichtet. Hinter dem Amtshaus befanden sich mehrere Ökonomiegebäude. Vorgängerbauten sind durch Urkunden bereits um 1560/65 an diesem Standort belegt. Nach der Säkularisierung der Abtei gingen deren Besitzungen 1803 an das Haus Baden. Von 1809 bis 1929 befand sich hier die Badische Domänenverwaltung. Bis 2000 nutzten verschiedene staatliche und städtische Ämter die Räume.
Stadtmauer
 Stadtmauer, rings um die Altstadt Die erhaltenen Reste der Offenburger Stadtbefestigung haben ein Länge von 1430 Metern und umschließen den mittelalterlichen Stadtkern. Der Bau des einfachen Mauerrings mit vorgelagertem Graben war im 12. Jahrhundert begonnen worden und kam 1248 zum Abschluss. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadtbefestigung weiter ausgebaut. Die Türme und Wehranlagen wurden 1689 bei der Belagerung der Stadt durch die Franzosen zerstört, die drei Stadttore blieben bis ins 19. Jahrhundert erhalten und fielen dann den Bedürfnissen des zunehmenden Straßenverkehrs zum Opfer.
äußere Stadtmauer
 Äußere Stadtmauer, Grabenallee zum Bürgerpark Vermutlich im 14. Jahrhundert fand ein Ausbau der bestehenden Offenburger Befestigungsanlage statt. Vor den Graben der inneren Stadtmauer, die heute noch zum Großteil erhalten ist, wurde eine weitere Mauer gesetzt. Ihr war wiederum ein Graben vorgelagert. Von dieser äußeren Mauer ist heute kaum noch etwas zu sehen. Lediglich hier am Rand der Grabenallee ist sie als Stützmauer erkennbar.
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