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Das Mural "Bilderbuch" von Markus Schwendemann schmückt das Haus seiner Kindheit

- 23.07.2026 - 

Emotionale Verbundenheit

Kultur Die von der Stadt Offenburg, Abteilung Bildende Kunst 2022 ins Leben gerufene Reihe mural_og wurde kürzlich in Albersbösch fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit der Hausverwaltung IVG Offenburg GmbH wurde ein besonderes Projekt zur Verschönerung und Aufwertung des Stadtteils auf den Weg gebracht.

Aus einer Fassade wird ein Kunstwerk.

„Als Hausverwaltung ist es uns wichtig, nicht nur Wohnraum zu verwalten, sondern auch aktiv zur Gestaltung eines lebenswerten Umfelds beizutragen. Wir freuen uns sehr über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten“, erklärt die Geschäftsführerin der IVG Offenburg GmbH, Nele Dinder. Ein besonderer Dank gilt den Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümern, die das Projekt unterstützt und dessen Umsetzung ermöglicht haben.

Das Mural „Bilderbuch“ steht in einem persönlichen Bezug zu dem für mural_og N°4 ausgewählten Künstler Markus Schwendemann. Das Bild hat seinen Platz genau an der Fassade des Hauses gefunden, in dem er aufgewachsen ist. Die emotionale und lokale Verbundenheit spiegelt sich in der Gestaltung wider. Die fließenden Formen, weichen Übergänge und fragmentierten Buchstaben, wirken, als würden sie sich aus Erinnerungen heraus formen und wieder in ihnen aufgehen. Albersbösch ist für den Künstler ein Ort, an dem Geborgenheit über Generationen hinweg weitergegeben wurde: von denen, die hier groß wurden, zu denen, die noch wachsen, und all jenen, die diesen Raum alltäglich mit ihren eigenen Geschichten füllen. In diesem Geflecht aus vertrauten Wegen, Stimmen und Blicken findet das Mural seine Resonanz.

Die August-Hund-Straße trägt den Namen des Physikers August Hund, dessen Forschung im Bereich der Hochfrequenztechnik darauf zielte, Signale klarer und weiter zu übertragen. Diese Idee durchzieht auch Schwendemanns Konzept: Zeichen als Impulse. Buchstaben als Frequenzen. Flächen als Schwingungen, die Erinnerung und Gegenwart verbinden. So entsteht eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und der weichen Sprache des Alltags, die diesen Ort seit Jahrzehnten prägt. „Bilderbuch“ scheibt nicht nur ein persönliches Kapitel des Künstlers fort. Es wurde zu einem Bild, das die Menschen in Albersbösch mitprägt: ältere Generationen, die diese Straßen geformt haben; Familien, die Geborgenheit weitergeben; Kinder, die denselben Raum neu wahrnehmen, darunter auch Schwendemanns Sohn, der hier zur Schule geht.

Das Werk öffnet sich damit als gemeinsamer Raum der Erinnerung und des Fortschritts. „Bilderbuch“ ist ein Mural über Herkunft und Veränderung, über Weitergabe und Wahrnehmung. Ein Wandbild, das ein bestimmtes Gefühl auslöst: von Zuhause, das bleibt, weil es sich wandelt. Unterstützung kam von Paul Becker GmbH, Montana Cans, Brillux.

Markus Schwendemann 1984 in Offenburg geboren, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt. Seit 1997 ist er Graffiti Writer, seit 2006 unter dem Pseudonym YEAH. Seit 2012 kombiniert Markus Schwendemann grafische und typografische Elemente in der Bildsprache. Seine Arbeiten setzt er vorwiegend im Außenraum um, arbeitet aber auch im kleineren Format auf Leinwand.

Öffentliche Werke und Ausstellungen:

2025 "hier bin ich" Artist Residency - Schlachthof Sigmaringen,

2025 NOW Gruppenausstellung – zik Galerie, Berlin, 

2023 wetopia – we paint the City, Frankfurt a.M., 

2022 forever young, Ausstellung im Kunstverein Offenburg-Mittelbaden e.V. 

Seit 1998 Teilnahme an diversen Graffitiprojekten, Hip Hop Jams, Contests und Festivals.