ConText Gilles Reckinger - Bittere Orangen: ein neues Gesicht der Sklaverei in Europa
Das Schicksal geflüchteter Menschen, die als ausgebeutete Erntehelfer auf europäischen Plantagen festsitzen.
Auf Lampedusa hat man sie an Land gehen sehen, erschöpft und traumatisiert von der Flucht. Viele der Menschen aus afrikanischen Ländern, die ihre Hoffnung auf ein freies Leben in Europa gesetzt hatten, sind nie aus Italien herausgekommen. Sie stecken fest in einer neuen Sackgasse: den süditalienischen Orangenplantagen. Während ihrer Asylverfahren stehen Geflüchtete ohne Papiere und ohne Rechte buchstäblich auf der Straße. Die nahen Plantagen sind oft ihre einzige Chance auf eine Arbeit, die ihr Überleben sichert. Offen verachtet von der Bevölkerung, untergebracht in Slums und fern jeder medizinischen Versorgung, pflücken sie 12 Stunden am Tag Orangen. Für maximal 250 Euro im Monat – sofern sie das Glück haben, morgens auf dem „Arbeitsstrich“ aufgelesen zu werden.
Gilles Reckinger ist seit 2012 immer wieder nach Rosarno, eine kleine Stadt in Italiens Stiefelspitze, gereist, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der migrantischen Erntehelfer zu dokumentieren. In vielen Gesprächen ist er den Menschen nahe gekommen, die festgesetzt sind durch extrem unsichere Lebensbedingungen ohne jede Option. Nicht einmal die auf Rückkehr in ihr Herkunftsland. In der Stadtbibliothek Offenburg berichtet Gilles Reckinger von diesen Reisen und rückt die Schicksale von Opfern moderner Arbeitssklaverei mitten in Europa ins Licht der Aufmerksamkeit.
"Reckinger schaut hin, wo Europa wegschaut. Und er lässt jene Menschen zu Wort kommen, die sonst keine Stimme im öffentlichen Diskurs haben."
Marie-Sophie Adeoso / Frankfurter Rundschau
Gilles Reckinger, Prof. Dr. Gilles Reckinger, geboren 1978 in Luxemburg, ist Europäischer Ethnologe mit dem Arbeitsschwerpunkt Migration, Prekarität und Europäisches Grenzregime. Sein Buch „Lampedusa" (Peter Hammer Verlag, 2013) erhielt den „Bruno Kreisky Preis für das politische Buch" und stand auf der Shortlist für den „Opus Primum" der Volkswagenstiftung. Gilles Reckinger lebt in Luxembourg, Innsbruck und St. Gallen.
Veranstaltende:
Evangelische Erwachsenenbildung Ortenau
Stadtbibliothek Offenburg
VHS Offenburg
Weltladen Regentropfen
Eintritt: Vorverkauf Stadtbibliothek 10 € / 8 € (erm.)
Abendkasse 12 € / 10 € (erm.)
Kartenreservierung unter Tel. 0781/822716
Auf Lampedusa hat man sie an Land gehen sehen, erschöpft und traumatisiert von der Flucht. Viele der Menschen aus afrikanischen Ländern, die ihre Hoffnung auf ein freies Leben in Europa gesetzt hatten, sind nie aus Italien herausgekommen. Sie stecken fest in einer neuen Sackgasse: den süditalienischen Orangenplantagen. Während ihrer Asylverfahren stehen Geflüchtete ohne Papiere und ohne Rechte buchstäblich auf der Straße. Die nahen Plantagen sind oft ihre einzige Chance auf eine Arbeit, die ihr Überleben sichert. Offen verachtet von der Bevölkerung, untergebracht in Slums und fern jeder medizinischen Versorgung, pflücken sie 12 Stunden am Tag Orangen. Für maximal 250 Euro im Monat – sofern sie das Glück haben, morgens auf dem „Arbeitsstrich“ aufgelesen zu werden.
Gilles Reckinger ist seit 2012 immer wieder nach Rosarno, eine kleine Stadt in Italiens Stiefelspitze, gereist, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der migrantischen Erntehelfer zu dokumentieren. In vielen Gesprächen ist er den Menschen nahe gekommen, die festgesetzt sind durch extrem unsichere Lebensbedingungen ohne jede Option. Nicht einmal die auf Rückkehr in ihr Herkunftsland. In der Stadtbibliothek Offenburg berichtet Gilles Reckinger von diesen Reisen und rückt die Schicksale von Opfern moderner Arbeitssklaverei mitten in Europa ins Licht der Aufmerksamkeit.
"Reckinger schaut hin, wo Europa wegschaut. Und er lässt jene Menschen zu Wort kommen, die sonst keine Stimme im öffentlichen Diskurs haben."
Marie-Sophie Adeoso / Frankfurter Rundschau
Gilles Reckinger, Prof. Dr. Gilles Reckinger, geboren 1978 in Luxemburg, ist Europäischer Ethnologe mit dem Arbeitsschwerpunkt Migration, Prekarität und Europäisches Grenzregime. Sein Buch „Lampedusa" (Peter Hammer Verlag, 2013) erhielt den „Bruno Kreisky Preis für das politische Buch" und stand auf der Shortlist für den „Opus Primum" der Volkswagenstiftung. Gilles Reckinger lebt in Luxembourg, Innsbruck und St. Gallen.
Veranstaltende:
Evangelische Erwachsenenbildung Ortenau
Stadtbibliothek Offenburg
VHS Offenburg
Weltladen Regentropfen
Eintritt: Vorverkauf Stadtbibliothek 10 € / 8 € (erm.)
Abendkasse 12 € / 10 € (erm.)
Kartenreservierung unter Tel. 0781/822716











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