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Geschichte V

Burda-Mediatower

Offenburg ab 1971

Die erste Hälfte der siebziger Jahre war bestimmt durch die Eingliederung von elf ehemals selbständigen Gemeinden. Durch diese bedeutende Entwicklung wuchs die Offenburger Bevölkerung von rund 33000 auf über 50000 Einwohner. Der Zusammenschluss mit den Teilorten wurde durch das "Offenburger Modell" begünstigt, das den Ortsteilen weitreichende Rechte in einer Ortsteilverfassung einräumte.

Die Gesamtstadt erhielt durch den Zusammenschluss wichtige Gemarkungsflächen, deren Nutzung die wirtschaftliche Entwicklung Offenburgs nachhaltig begünstigte. War die Stadt bisher insbesondere durch den Medienkonzern Burda geprägt, gewannen nun auch andere Unternehmen entscheidend an Bedeutung. Um nur einige zu nennen: tesa-Werke Offenburg, EDEKA-Südwest,die renommierten Großküchenausstatter Hobart und Meiko, Markant, Printus, hansgrohe als Hersteller von sanitärtechnischen Produkten sowie den bekannten Süßwarenspezialisten VIVIL. Allein die Tatsache, dass Offenburg heute bei 58000 Einwohnern über 40000 Arbeitsplätze bietet, macht die regionale Bedeutung des Wirtschaftsstandorts Offenburg klar erkennbar. Weit über die Region hinaus hat Offenburg auch als Messestadt einen Namen. Mit 500 000 Besuchern pro Jahr zählt die Messe am Kinzigdamm zu den großen Ausstellungsplätzen in Baden­-Württemberg.

Konsequenterweise wurde Offenburg 1996 durch Beschluss der Landesregierung zum jüngsten Oberzentrum Baden-­Württembergs ernannt, auch um als Partner der benachbarten Europastadt Straßburg bestehen zu können. Der Burda­-Konzern hat 1998 mit der Grundsteinlegung zu seinem Medienzentrum ebenfalls signalisiert, dass er in Offenburg einen innovativen Standort mit Zukunft sieht.

Neben der Gewerbeentwicklung stand in den vergangenen Jahrzehnten die Sanierung und Entwicklung der Innenstadt zu einem attraktiven Einkaufszentrum und zum Mittelpunkt zahlreicher kultureller Veranstaltungen und Feste im Vordergrund. Daneben beherrschten andere Themen das kommunale Geschehen: die Verkehrsberuhigung mit der Ausweitung der Fußgängerzone und dem Bau von Parkhäusern, die Förderung des innenstadtnahen Wohnens in der Kinzigvorstadt, die Erhaltung denkmalgeschützter Bausubstanz sowie die Ausweisung neuer Baugebiete.

1990 begann Offenburg mit der Realisierung des neuen Stadtteils Kreuzschlag im Westen der Stadt. Heute leben dort über 2 000 Menschen in vorbildlich geplanten Wohnungen und Reihenhäusern, angebunden an das öffentliche Personennahverkehrsnetz und integriert in die sozialen und kulturellen Angebote der Stadt.

Eine weitere bedeutende Entwicklungschance bot sich der Stadt nach dem Abzug der französischen Streitkräfte. 1991 begann die Konversion, die Umnutzung ehemals militärisch genutzter Flächen und Gebäude zugunsten ziviler Zwecke. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Kaserne an der Weingartenstraße. 1891 als kaiserliche Kaserne errichtet, wurden die denkmalgeschützten Gebäude restauriert und zum eindrucksvollen "Kulturforum Offenburg" umgestaltet, das unter anderem der Stadtbibliothek, der Musik­-, Kunst-­ und der Volkshochschule neuen Raum bietet. Außerdem wurde auf dem früheren Kasernenareal attraktiver Wohnraum geschaffen. Wo einst französische Panzer exerzierten, lädt heute der neu angelegte "Platz der Verfassungsfreunde" zur Begegnung und Erholung ein.

Durch die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten und seine günstige geographische Lage am Oberrhein ist Offenburg für die Herausforderungen, die ein zusammenwachsendes Europa mit sich bringt, gut gerüstet. Seit vielen Jahren bemüht sich die Stadt um gute freundschaftliche Beziehungen zu anderen europäischen Städten. Offenburg ist durch Partnerschaften verbunden mit Lons­-le­-Saunier in Frankreich, mit Weiz in Österreich, mit Borehamwood in England, mit Altenburg in der ehemaligen DDR, mit Allenstein in Polen und Pietra Ligure in Italien.