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Heute erhält Alt-OB Wolfgang Bruder die Ehrenbürgerwürde der Stadt Offenburg verliehen

- 16.07.2026 - 

Eine Jahrhundertchance

Ehrenbürgerwürde ges Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt Offenburg zu vergeben hat. Es wird am 19. Juli Dr. Wolfgang Bruder verliehen, Offenburgs Oberbürgermeister in den Jahren 1989 bis 2002. Die Redaktion hat bei dem 75-jährigen Sozialdemokraten nachgefragt.

Offenburgs neuer Ehrenbürger Wolfgang Bruder.

Herr Dr. Bruder, Sie haben sich, so ist in der Vorlage nachzulesen, in „herausragender Weise um das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger verdient gemacht“ – was werten Sie selbst als Ihr größtes Verdienst?

Wolfgang Bruder: Das ist echt schwer zu beantworten! Neben zahlreichen erfolgreichen Projekten im Bereich der kommunalen Wirtschafts- und Sozialpolitik – zum Beispiel die erfolgreiche Ansiedlung wichtiger Großbetriebe wie Grohe und Markant, die Gründung des Technologieparks und der Wirtschaftsregion Ortenau, oder die Umsetzung des innovativen Projektes der „Stadtteil- und Familienzentren“ als Markenzeichen der „sozialen Stadt“, war das für mich wichtigste Projekt in meiner Amtszeit die Konversion von großen, militärisch genutzten Flächen in eine zivile Nutzung. Für Offenburg war dies eine Jahrhundertchance, die wir für unsere Stadtentwicklung erfolgreich nutzen konnten.

Dass z.B. aus dem ehemaligen Kasernengelände in der Oststadt das heutige Kulturforum entstehen konnte, mit der Freiheitsstatue von Jonathan Borofsky, gestiftet von unserer Ehrenbürgerin Aenne Burda, als weithin sichtbarem Symbol, darauf bin ich auch ein wenig stolz!

Wie fühlt es sich für Sie an, in einem Atemzug mit Eva Mendelsson, Wolfgang Schäuble und Aenne Burda genannt zu werden?

Bruder: Ich denke, alle Ehrenbürger haben auf ihre Art und in ihrem Gebiet wichtige Impulse für unsere Stadt gegeben. Das gilt für die drei von Ihnen genannten in besonderer Weise, das gilt aber auch für alle weiteren 18 Ehrenbürger in gleicher Weise. In diese Runde der Ehrenbürger aufgenommen zu werden, macht mich demütig und dankbar, zumal diese Ehrung durch ein einstimmiges Votum des Gemeinderats erfolgte.

Es dürfte eigentlich zum Selbstverständnis eines Oberbürgermeisters gehören, sich um die ihm anvertraute Stadt zu kümmern – was hat Sie zu Ihrem außerordentlichen Engagement motiviert?

Bruder: Ich fühle mich mit unserer Stadt und ihren Menschen verbunden. In den vergangenen 40 Jahren habe ich immer versucht, mit zahlreichen Mitstreitern Projekte voranzutreiben, die den Menschen in unserer Stadt helfen. Ein für mich sehr wichtiges Projekt war die Neugründung der „St. Andreas Bürgerstiftung“ im Jahr 2001. Sie war ursprünglich um das Jahr 1300 als „Hospital-Stiftung“ für Arme und Kranke gegründet worden. 1943 wurde sie von den Nationalsozialisten in einem Willkürakt widerrechtlich aufgelöst. Eine 600-jährige wichtige Tradition in unserer Stadt wurde damit zerstört!

Dieses Jahr feiern wir das 25-jährige Jubiläum unserer Bürgerstiftung, die in der Tradition der historischen Stiftung steht. In diesen 25 Jahren hat die Stiftung mit ihren heute rund 400 Stifterinnen und Stiftern gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Engagement Großes bewirken können – gemäß dem Leitspruch unserer Bürgerstiftung: „Für die Menschen, die Stadt, die Zukunft“.

Mit diesen Erfolgen bin ich schon sehr zufrieden!

Was wünschen Sie sich für die Stadt Offenburg?

Bruder: Ich wünsche mir für unser Offenburg vor allem, dass den kommunalpolitisch Verantwortlichen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen der Spagat gelingt, zukunftsorientierte finanz- und wirtschaftspolitische Maßnahmen konsequent umzusetzen, um auf der Grundlage einer soliden Finanzpolitik stetige Verbesserungen für die „soziale Stadt“ erreichen zu können.

 
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