Herr Jäger, was war der Anlass, das Konzept zu überarbeiten und weiterzuentwickeln?
Hans-Jürgen Jäger: Alle fünf Jahre ziehen wir eine umfassende Bilanz und stellen gemeinsam mit den Ortsverwaltungen die Weichen für die Zukunft der Ortsteilfriedhöfe. Dabei steuern die Ortschaftsräte immer wertvolle, neue Aspekte bei, die von der Verwaltung gerne aufgenommen werden. Dieses gemeinsame Engagement sichert eine vorausschauende Planung für die kommenden Jahre, die den Wünschen der Bürger*innen gerecht wird.
Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Jäger: Ziel ist es, für die Bürgerinnen und Bürger auf allen Ortsteilfriedhöfen ein einheitliches Spektrum an Grabarten anzubieten und dabei vor allem dem Trend zu Feuerbestattungen und der steigenden Nachfrage nach pflegefreien Grabstätten Rechnung zu tragen. Gleichzeitig rückt die langfristige Gestaltung der Areale in den Mittelpunkt: Da durch den geringeren Flächenbedarf von Urnengräbern sowie durch die Auflösung von Grabfeldern nach Ablauf der Ruhezeiten immer mehr Freiflächen entstehen, bieten sich neue Chancen für die jeweilige Friedhofsentwicklung. Gezielte Maßnahmen sollen die Biodiversität auf den Arealen stärken und die Aufenthaltsqualität für die Besucher*innen verbessern.
Das langfristige Ziel ist es, die Friedhöfe zu Parkanlagen mit Erholungsfunktion weiterzuentwickeln, damit sie künftig als wertvolle grüne Lungen dienen. Auf den Ortsteilfriedhöfen sollen auch weitere Bäume gepflanzt werden.
Wie gehen Sie bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen vor?
Jäger: Unter dem Leitgedanken „Innenverdichtung vor Außenerschließung“ sollen bestehende Flächen optimal genutzt werden, bevor neue, unberührte Grundstücke in Anspruch genommen werden. Ein zentraler Baustein des Konzepts ist die Nutzung von Synergieeffekten, bei denen ökologische und wirtschaftliche Vorteile Hand in Hand gehen.
Ein erfolgreiches Beispiel zeigt sich auf dem Friedhof im Ortsteil Rammersweier. Dort wurde ein sanierungsbedürftiger, schadhafter Weg durch einen grünen Rasengassenweg ersetzt. Diese Maßnahme behebt nicht nur Mängel in der Infrastruktur, sondern wertet das Erscheinungsbild optisch auf und erschließt gleichzeitig neue Grabstätten im Innenbereich. Durch diese geschickte Ausnutzung vorhandener Reserven kann auf die Erschließung neuer Außenflächen verzichtet werden.










