Der 7. Oktober 2023 hat in interreligiösen Foren tiefe Spannungen hinterlassen. Gespräche über den Nahostkonflikt bleiben emotional aufgeladen und enden oft in Sprachlosigkeit. Gleichzeitig fehlen in vielen lokalen Räten der Religionen und Kommunen klare Routinen im Umgang mit religionsbezogener Diskriminierung und Konfliktsituationen.
„Dazwischen?“ ist ein landesweites Pilotprojekt der Stiftung Weltethos, das drei lokale Räte der Religionen und ihre Stadtverwaltungen in Baden-Württemberg begleitet. Es stärkt antisemitismus- und rassismuskritische Kompetenzen zur Prävention von Diskriminierung und unterstützt Kommunen dabei, klare Abläufe für den Umgang mit Konflikten und Vorfällen zu etablieren. Begleitet werden die Standorte von jüdisch-muslimischen Referent*innen. Die Formate sollen Räume schaffen, in denen auch schwierige Themen konstruktiv bearbeitet werden können – mit konsequentem Schutz Betroffener.
Die Zielgruppe sind Mitglieder der lokalen Räte der Religionen in den drei Modellstandorten und ihrer Gemeinden; Integrationsbeauftragte und kommunale Fachkräfte insbesondere aus den Bereichen Soziales, Bildung, Jugend und Kultur. Angeboten werden Workshops zu Antidiskriminierung, Antisemitismus und Rassismus und interreligiöse Dialogformate. Gezeigt werden soll die Ausstellung „Religionen – Werte – Frieden": Hier geht es um Fragen wie: Was haben die Religionen der Welt miteinander zu tun? Und was können sie zur friedlichen Gestaltung unserer Zukunft beitragen? Mit der Wanderausstellung soll gezeigt werden, dass Religionen ein großes Potenzial für Dialog, Verständigung und ein friedliches Miteinander besitzen. Seit 25 Jahren wird sie in Deutschland und an vielen Orten weltweit in verschiedenen Sprachen präsentiert. In ihrer neu gestalteten Fassung überzeuge sie mit einem modernen Layout, anregenden Texten und Videos, wie es in der Pressemitteilung heißt. Neu hinzugekommen sind die Themen „religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Deutschland“ sowie „Grundzüge des Projekt Weltethos“. Fragen zu ethischen Dilemmata sprechen die Besucher*innen unmittelbar an: So entsteht ein Raum für Austausch, Lernen und gegenseitiges Verständnis.
Kollegiale Fallberatung
Zudem gibt es Beratung, Supervision und kollegiale Fallberatung für die Multiplikator*innen. Vorgesehen ist ein landesweiter Fachtag im September des kommenden Jahres. Die Themen sind religiöse Vielfalt und Demokratie, Zusammenarbeit von Religions-/Weltanschauungsgemeinschaften und Kommunen, Antisemitismus- und Rassismussensibilisierung.
Das Projekt wird durch die Baden-Württemberg-Stiftung gefördert. Das Budget beträgt für rund zwei Jahre insgesamt 204.000 Euro für alle drei Städte.
Offenburg sei als Modellstadt ausgewählt worden, weil es hier sehr viel Engagement gebe, so Büsra Cebi.










