Direkt zum Hauptinhalt springen

Faktencheck: Was der Sonderlandeplatz ist – und was nicht

- 19.02.2026 - 

Sonderlandeplatz Am 8. März entscheiden die Offenburgerinnen und Offenburger beim Bürgerentscheid über die Zukunft des Sonderlandeplatzes. Im Zentrum steht dabei unter anderem die Frage, welchen Mehrwert der Sonderlandeplatz für Offenburg bietet. Leon Feuerlein, Leiter des Bereichs Stadtplanung und Stadtentwicklung, ordnet die Fakten ein.

Leon Feuerlein.

Wer um den Sonderlandeplatz herumläuft oder -fährt, der sieht die meiste Zeit zwei Dinge: Zäune und Gebüsch. Denn das 25 Hektar große Gelände – so groß wie rund 35 Fußballfelder – ist abgesperrt und für die breite Öffentlichkeit nicht frei zugänglich. Pächterin und Hauptnutzerin der städtischen Fläche ist die Fliegergruppe Offenburg mit rund 200 Mitgliedern.

Kein Naherholungsgebiet

Der Begriff Naherholung fällt immer wieder im Zusammenhang mit dem Sonderlandeplatz. Doch handelt es sich bei dem Gelände um ein klassisches Naherholungsgebiet? Feuerlein klärt auf: „Möglichkeiten zur Naherholung finden sich rund um den Sonderlandeplatz. Beispielsweise im Unterwald, am Königswaldsee und bei den Vereinsgeländen rund um den Ponyhof." Und er hat eine gute Nachricht: All diese Gebiete würden von einer Gewerbeflächenentwicklung nicht beeinträchtigt. Neue Fuß- und Radwege könnten diese Gebiete sogar besser erreichbar machen als heute.

Ebenfalls nicht bebaut würden Grünzüge angrenzend an die Stadtteile Hildboltsweier und Uffhofen, wie auch das südliche Drittel des Sonderlandeplatzes: Die dort vorhandenen Magerwiesen würden erhalten bleiben und ein Teil der Landebahn in diesem Abschnitt könnte renaturiert werden. „Sicherlich gehört der Sonderlandeplatz zum gewohnten Landschaftsgebiet dazu. Aber es ist auch nicht so, dass Naherholung nur mit dem Sonderlandeplatz möglich ist“.

Was ginge im Falle einer Umwandlung verloren? Leon Feuerlein verweist auf die Fakten: Genutzt werde der Platz heute ganz überwiegend für den Sport- und Hobbyflug. Geschäftsflüge brauchen eine Genehmigung der Stadt. Und die wird äußerst selten angefragt. 2024 gab es einen Geschäftsflug, 2025 überhaupt keinen.

Infrastrukturell ist der Sonderlandeplatz nur für Starts und Landungen bei Tageslicht und guten Sichtverhältnissen ausgebaut: „Der Platz verfügt weder über eine Landebahnbefeuerung noch über ein Instrumentenlandesystem“, so Feuerlein. Auch liegt der Sonderlandeplatz nahe an Wohngebieten, so dass mehr Flugverkehr die Anwohnerinnen und Anwohner mit Fluglärm belasten würde. Für den Geschäftsflug bietet der Flughafen Lahr in wenigen Kilometern Entfernung daher eine besser geeignete Alternative. Auch die Hagelflieger könnten künftig in Lahr starten. Der Anflug von Lahr könnte je nach Flugziel etwas länger dauern als von Offenburg, wobei das Flugzeug generell ein schnelles Verkehrsmittel ist. Die Fliegergruppe kann nicht insgesamt nach Lahr umziehen, da dort nur Motorflug und kein Segelflug möglich ist. Für ihre Mitglieder gäbe es in der Region aber weitere Alternativen mit den auch für den Segelflug geeigneten Flugplätzen Kehl-Sundheim, Altdorf-Wallburg bei Ettenheim, Strasbourg-Polygone und Baden-Oos.

Zweckverband entscheidet

Sollte die Offenburger Bürgerschaft für die Entwicklung des Sonderlandeplatzes zu einem Gewerbegebiet stimmen, könnten die rund 20 Hektar Baufläche in zwei Bauabschnitte von je zehn Hektar Größe entwickelt werden. Angesiedelt werden soll emissionsarmes produzierendes Gewerbe mit Fokus auf Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Speditionen, oder reine Verteil- und Logistikzentren blieben außen vor.

Die Vergabe der Grundstücke würde über die Verbandsversammlung des Zweckverbands Gewerbepark Raum Offenburg (hoch³) laufen, die aus Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderats der Mitgliedskommunen besteht.