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Stadt gibt Handlungsempfehlungen

- 01.10.2026 - 

Kampf gegen Riesenameise

Die Ameisenplage, die bislang die Ortenau und hier insbesondere Kehl betroffen hat, ist mittlerweile in ganz Deutschland anzutreffen und auch in Offenburg eingedrungen. Da sich herausgestellt hat, dass es im Quartier Seidenfaden einen Hotspot der „Tapinoma magnum“ gibt, fand am 22. September ein Infotermin für Bürgerinnen und Bürger statt. Denn eine wirksame Eindämmung ist nur durch das koordinierte Zusammenwirken aller Betroffenen zu erreichen.

Woran erkennt man die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum)?

Die Art tritt in großer Zahl auf und bildet mehrere Nester. Bei Störung strömen die Arbeiterinnen aus den Eingangsöffnungen der Nester. An den Nesteingängen ist ein auffällig starker Auswurf von Erdreich zu beobachten. Während der warmen Monate legt die Art mehrspurige, breite Ameisenstraßen an. Die Arbeiterinnen sind komplett schwarz und variieren in ihrer Größe von 2 mm bis 5 mm. Die Ameisen strömen auf ein störendes Element zu und können leicht zubeißen. Das kann bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen führen. Die Puppen erscheinen leicht transparent. Wird eine Ameise gereizt oder zerdrückt, verströmt sie einen intensiven Geruch, der an ranzige Butter oder an Lösungsmittel erinnert; dieser Geruch ist nach einmaligem Wahrnehmen leicht wiederzuerkennen. Aus der Tierwelt sind in unserem Raum keine Predatoren in Bezug auf diese Ameisen bekannt (wie z.B. Spechte).

Was tun bei einem Verdacht auf Tapinoma magnum?

Erst bekämpfen, wenn es sich zweifelsfrei um die invasive Art Tapinoma magnum handelt. Mit der Abteilung Grünflächen und Umweltschutz der Stadt Offenburg in Verbindung setzen (Telefon 0781/82-2332, E-Mail: sekretariat.fb5@offenburg.de). Ein Mitarbeiter der TBO kann die invasive Art eindeutig bestimmen.

Handlungsempfehlungen bei bestätigtem Befall

Bekämpfung mit der Heißwassermethode durch die Technischen Betriebe Offenburg (TBO) auf städtischen Flächen. Aus rechtlichen Gründen kann die Stadt nicht auf privaten Flächen tätig werden. Ausbringen von Kieselgur hat sich als probates Mittel bewährt. Das Produkt sollte trocken gelagert werden und kann in Räumen und überdachten Bereichen sowie bei Trockenheit auch im Freien ausgebracht werden. Es wird empfohlen, Kieselgur in etwas größeren Mengen in die Gänge und auf die Ameisenstraßen zu geben und nicht nur kleinteilig auszustreuen. Kieselgur kann über den Nutztierbedarf bezogen werden. Die Anwendung erfolgt nach den Herstellerangaben. Vom eigenständigen Ausbringen von Insektiziden wird abgeraten. Die effektive Eindämmung einer Superkolonie sollte von Fachleuten durchgeführt werden. Es wird empfohlen, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Die Kosten hierfür sind von den Eigentümer*innen zu tragen. Mögliche Nahrungsquellen wie Blattläuse oder Essensreste sollten beseitigt werden. Mülltüten mit Speiseresten bitte fest verschließen, bevor sie in die Mülltonne gelangen. Gelbe Säcke erst kurz vor der Leerung auf die Straße bzw. den Gehweg legen. An Bäumen, die von Blattläusen befallen sind, Leimringe anbringen. Keine Topfpflanzen aus einem befallenen Garten verschenken. So kann das Risiko der versehentlichen Verbreitung verringert werden. Keinen Grünschnitt in der freien Natur entsorgen. Vor dem Kauf einer Pflanze auf eine Besiedlung im Topf und Wurzelballen achten.